Ranking Die schnellsten Rechner der Welt

Zum siebten Mal in Folge führt der BlueGene/L von IBM die Liste der 500 schnellsten Computer der Welt an. Europa holt aber weiter auf. Erstmals belegt ein Supercomputer aus Deutschland Platz zwei der Weltrangliste.

Reno/Jülich - Der schnellste Computer der Welt ist der BlueGene/L des US-Kernforschungszentrums Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien. Die Anlage belegt mit 478 Billionen Rechenschritten pro Sekunde fast uneinholbar den Spitzenplatz auf der in Reno (US-Staat Nevada) vorgestellten Rangliste der 500 schnellsten Rechner der Welt.

Wie bereits am Montag bekannt wurde, steht der zweitschnellste Computer der Welt in Deutschland. Die erst kürzlich installierte Anlage Jugene des Forschungszentrums Jülich ist mit 167 Billionen Rechenschritten pro Sekunde (Teraflops) nicht nur der schnellste Computer Europas, sondern auch der schnellste zivil genutzte Rechner der Welt.

Die zehn schnellsten Supercomputer der Welt

Rang Tflops Name (Hersteller) Standort
1 478,2 BlueGene/L (IBM) USA/Lawrence Livermore National Laboratory
2 167,3 Jugene - BlueGene/P (IBM) Deutschland/Forschungszentrum Jülich
3 126,9 SGI Altix ICE 8200 (SGI) USA/SGI Computing Application Centre
4 117,9 Cluster Plattfrm 3000 (HP) Indien/Computational Research Laboratories
5 102,8 Cluster Plattfrm 3000 (HP) Schweden/Regierung
6 102,2 Red Storm (Cray) USA/Sandia National Laboratories
7 101,7 Jaguar Cray XT4/XT3 (Cray) USA/Oak Ridge National Laboratory
8 91,3 BGW E-Server (IBM) USA/IBM Thomas J. Watson Research Center
9 85,4 Franklin Cray XT4 (Cray) USA/National Energy Research Scientific Computing
10 82,2 New York Blue (IBM) USA/New York Center for Computational Sciences
Stand: November 2007, Quelle: www.top500.org:

Erstmals in der Geschichte der Liste, die seit 1993 zweimal im Jahr veröffentlicht wird, rangiert ein Computer aus Europa auf dem zweiten Platz. "Mit dem schnellen Rechner sind Forscher in der Zukunft in der Lage, ganz schwierige Probleme im Bereich der Materialwissenschaften, der Biologie und der Plasmawissenschaften anzugehen. Zum Beispiel können Sie die Funktion einer Zelle simulieren", erläuterte der Leiter des Jülicher Supercomputer-Zentrums, Professor Thomas Lippert. Entsprechende Berechnungen auf einem PC würden Tausende von Jahren benötigen. Jugene, der erst im Februar 2008 offiziell in Betrieb gehen wird, ist rechnerisch rund 20.000 Mal schneller als ein durchschnittlicher PC.

Der Spitzenreiter BlueGene/L ist noch fast dreimal schneller als Jugene. Die IBM-Anlage, die zum siebten Mal in Folge die "Top 500"- Liste anführt, dient unter anderem der Simulation von Atomkernreaktionen.

Ebenfalls erstmals in der Geschichte der Liste kommt ein Computer aus Indien unter die Top Ten: Die Supercomputer-Firma Computational Research Laboratories in Pune belegt mit ihrem fast 118 Billionen Rechenschritte pro Sekunde schnellen Hewlett-Packard-System Platz 4. Der in Barcelona in einer alten Kirche installierte Mare Nostrum, noch im vergangenen Juni Europas schnellster Supercomputer, rangiert auf der aktuellen Weltrangliste mit 63,8 Teraflops auf Platz 13. Der zweitschnellste deutsche Computer, ein SGI-System im Leibniz-Rechenzentrum München, liegt mit 56,5 Teraflops im internationalen Vergleich auf Platz 15.

IBM ist der führende Hersteller

IBM ist der führende Hersteller

Der Wettbewerb zwischen Europa, den USA und Japan beim Bau von Supercomputer-Anlagen hat sich in den vergangenen Jahren weiter angeheizt. Sowohl bei Firmen wie etwa Pharmaunternehmen, als auch bei wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen wächst der Bedarf an Höchstleistungsrechnern rasant. Für die Entwicklung neuer Medikamente, die Erbgutforschung oder die Berechnungen des Klimawandels sind die leistungsfähigen Rechenanlagen inzwischen unverzichtbar. Derzeit übertreffe der Bedarf die verfügbaren Ressourcen in Europa um den Faktor drei, sagte Victor Alesandrini, Direktor des europäischen Supercomputer-Konsortiums Deisa.

Noch immer sind die USA nach Angaben der Herausgeber der "Top 500" mit 284 der gelisteten 500 Systeme in klarer Führung bei der Nutzung von Supercomputern. Europa holt allerdings weiter auf. Mit insgesamt 149 Systemen (zuvor 127) ist Europas Nutzungsanteil erneut deutlich größer als etwa der aus Asien, die mit 59 Systemen vertreten sind, 14 weniger als in der Liste vom vergangenen Juni.

In der aktuellen "Top 500"-Liste hat sich IBM  die Führungsposition unter den Computerbauern wieder zurückerobert. Das amerikanische IT- Unternehmen steuerte mit 232 Systemen 46,4 Prozent aller gelisteten Anlagen bei, gefolgt von Hewlett-Packard  mit 33,2 Prozent und 166 Systemen.

Die vorherrschende Chiparchitektur sind inzwischen Mehrkernprozessoren. Hier führt der Chiphersteller Intel , dessen Prozessoren in insgesamt 289 Systemen und damit in 57,8 Prozent aller gelisteten Computer verbaut sind. An zweiter Stelle folgt AMD  und dessen Opteron-Prozessor-Familie mit 78 Systemen (15,6 Prozent), noch vor IBMs Power-Prozessoren (61 Systeme, 12,2 Prozent).

manager-magazin.de mit Material von dpa

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