Mobilfunk O2 verliert den Anschluss

Während Hauptkonkurrent E-Plus im vergangenen Quartal eine Vielzahl neuer Kunden gewinnen konnte und auch die Erlöse kräftig steigerte, musste O2 einen weiteren Umsatzrückgang hinnehmen. Dennoch ist das Management des nach Kundenzahl kleinsten Mobilfunkbetreibers Deutschlands für das kommende Jahr zuversichtlich.

München/Madrid – Der Umsatz sei im dritten Quartal um 5,4 Prozent auf 753 Millionen Euro gefallen, teilte O2 Germany am Montag mit. Damit lag die Tochtergesellschaft der spanischen Telefonica  aber noch vor dem Rivalen E-Plus, der im Mobilfunkbereich im abgelaufenen Quartal 735 Millionen Euro erwirtschaftete.

O2-Finanzchef Andre Krause erklärte den Rückgang mit Preisreduzierungen und neuen Pauschaltarifen sowie einer Absenkung der sogenannten Terminierungsentgelte, also die Gebühren, die O2 von Wettbewerbern für Anrufe in sein Netz erhält. Bereits in der ersten Jahreshälfte hatten diese Effekte den Umsatz geschmälert, weswegen die Gesellschaft ihr Sparprogramm ausgeweitet hatte.

Ungeachtet des Umsatzrückgangs wuchs der operative Gewinn um 8,4 Prozent auf 197 Millionen Euro. Das lag laut Krause vor allem an den Einsparungen durch die Stellenstreichungen: Rund die Hälfte des geplanten Abbaus von 700 Arbeitsplätzen sei bereits umgesetzt.

Telefonica übertrifft Erwartungen

Angetriebenen von der Partnerschaft mit dem Kaffeeröster Tchibo und der eigenen Billigmarke legte die Zahl der Handykunden um 15 Prozent auf 12,2 Millionen Euro zu; ein Drittel davon umsatzstarke Vertragskunden. "Das Partnerprogramm hat sich in diesem Quartal sehr gut entwickelt", sagte Krause. Die Zahl der über Tchibo gewonnen Nutzer erhöhte sich um ein Fünftel auf 1,1 Millionen. Sehr gut habe sich auch die Anfang September gestartete Billigmarke Fonic entwickelt, sagte Krause. Fonic kooperiert mit der Handelskette Lidl. E-Plus konnte seine Kundenzahl im vergleichbaren Zeitraum auf 14,1 Millionen Nutzer steigern.

Für das kommende Jahr zeigte sich der Finanzchef zuversichtlich. Das Wechselfieber der Kunden zu anderen Verträgen lege sich bereits wieder, sagte er in einer Telefonkonferenz. Zudem sei für 2008 keine so drastische Absenkung der Terminierungsgebühren mehr zu erwarten. Zudem komme O2 mit seinem Kostensenkungsprogramm voran. Zusammen mit der Mutter Telefonica könne das Unternehmen nun günstiger einkaufen.

Telefonica selbst hat in den ersten neun Monaten des Jahres Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und damit die Erwartungen am Markt übertroffen. Der Überschuss sei zwischen Januar und September von 5,2 Milliarden Euro vor einem Jahr auf 7,8 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Analysten hatten nur mit 6,6 bis 7,1 Milliarden Euro gerechnet.

Der Umsatz legte von 38,7 auf 42,0 Milliarden Euro zu. Damit erreichte Telefonica die Obergrenze der Prognosen, die zwischen 41,9 und 42,1 Milliarden Euro gelegen hatten. Bei der Kennziffer Oibda, dem Ergebnis vor Abschreibungen auf Sachanlagen und auf immaterielle Werte, verbesserte sich Telefonica um 24,5 Prozent auf 18,25 Milliarden Euro. Telefonica bekräftigte die eigenen Ziele für das Gesamtjahr und peilt weiterhin ein Umsatzwachstum zwischen 8 und 10 Prozent sowie ein Plus beim Oibda von 10 bis 13 Prozent an.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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