Premiere-Zahlen Besser als gedacht

Der Rückkauf der Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga kommt Premiere teuer zu stehen. Der Bezahlsender musste im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen und schaffte es gerade noch in die schwarzen Zahlen. Analysten hatten allerdings mit einem Verlust gerechnet.

München – Von Juli bis Ende September sei ein Gewinn von 100.000 Euro angefallen, teilte Premiere  am Dienstag mit. Im vergangenen Jahr hatte der Bezahlsender noch 5,4 Millionen Euro verdient. Wegen des Rückkaufs der Bundesliga-Übertragungsrechte hatten Analysten allerdings mit einem Verlust gerechnet.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank im Jahresvergleich um 34 Prozent auf 22 Millionen Euro. Der Umsatz schrumpfte um acht Prozent auf 247,5 Millionen Euro.

Wegen des neuen Bieterverfahrens um die Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga traut sich Premiere vorerst keine Prognose für 2008 zu. Das Verfahren beginnt voraussichtlich erst im April, statt wie ursprünglich geplant im Herbst dieses Jahres. Zu der Verzögerung kam es, weil zwischenzeitlich der ehemalige Medienmogul Leo Kirch von der DFL mit der Versteigerung der Rechte beauftragt wurde.

Premiere wolle die Entwicklung bei den Übertragungsrechten zunächst beobachten, teilte der Sender mit. "Wir können nicht ausschließen, dass diese neuen Rahmenbedingungen Einfluss auf das Verhalten bestehender und neuer Kunden haben", hieß es. Premiere wollte ursprünglich bis Jahresende 2008 mit 4,75 Millionen Abonnenten einen Umsatz von mehr als 1,2 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 180 bis 200 Millionen Euro einfahren.

Auch für 2007 ist Premiere etwas vorsichtiger als zuletzt und revidierte die Umsatzprognose leicht auf eine Milliarde Euro (bisher: rund 1,05 Milliarden) nach unten. Das Unternehmen will aber weiterhin ein Ebitda von 80 bis 100 Millionen Euro erwirtschaften.

Zum Ende des dritten Quartals zählte Premiere 4,17 Millionen Kunden. Davon sind 3,53 Millionen direkte Kunden des Bezahlfernsehsenders, 642.000 kamen durch die Sublizenz für das Bundesliga-Programm von Arena indirekt hinzu. Premiere selbst lockte von Juli bis September nur 58.000 Neukunden an.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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