Betriebssystem Google wird mobil

Jetzt ist es offiziell: Google attackiert Branchenprimus Nokia und Microsoft im Mobilfunkgeschäft. Der Konzern will mit mehr als 30 Partnern ein neues Betriebssystem für Mobiltelefone entwickeln. Mit von der Partie ist auch die Deutsche Telekom.

New York - Geplant sei ein Handybetriebssystem namens Android, das in Zusammenarbeit mit mehr als 30 Technologie- und Telekomkonzernen entwickelt werden soll, teilte Google  am Montag mit.

Zu den Kooperationspartnern gehören neben der Deutschen Telekom  unter anderen die Handyhersteller HTC und Motorola . Mit der Plattform könnten neue Produkte schneller und günstiger auf den Markt gebracht werden, hieß es.

Die Deutsche Telekom will bereits im kommenden Jahr Handys mit dem neuen Betriebssystem des Internetkonzerns Google anbieten. Telekom-Chef Rene Obermann erklärte am Montag in einer Telefonkonferenz, die Geräte sollten 2008 in Europa und den USA auf den Markt kommen.

Googles neues Handybetriebssystem soll auf dem frei zugänglichen Linux-Quellcode beruhen. Damit stünde es Softwareentwicklern frei, den Programmen des Suchmaschinenbetreibers weitere Anwendungen und Funktionen hinzuzufügen. Die passenden Handys sollten Mitte 2008 auf den Markt kommen.

Über die Mobilfunkpläne von Google war seit Wochen heftig spekuliert worden. Der Konzern dominiert bereits das Geschäft mit Internetwerbung und stößt nun mit seinem Geschäftsmodell in den Mobilfunk vor.

Handyweltmarktführer Nokia  beteiligt sich den Angaben zufolge nicht an dem Konsortium. Die Finnen halten knapp 50 Prozent an dem britischen Hersteller für Handybetriebssoftware, Symbian. Im Gegensatz zum Markt für Computer-Betriebssysteme, den Microsofts Programm Windows dominiert, gibt es im Mobilfunkbereich mehrere konkurrierende Anbieter. Das zwingt Entwickler bislang oft, verschiedene Versionen ihrer Programme zu schreiben.

Microsoft  versucht ebenfalls ein eigenes Betriebssystem (Windows Mobile 6) für Handys am Markt durchzusetzen. Bislang war der Erfolg des Softwarekonzerns in diesem Marktsegment allerdings nur mäßig.

manager-magazin.de mit Material von dow jones und reuters

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