Festplatten Von Giga zu Tera

Filme, Fotos, Programme – Festplatten ächzen immer mehr unter der zunehmenden Speicherlast. Terabyte-Platten können den Datenstau beseitigen. Mit 1000 Gigabyte Speicherplatz nehmen sie etwa doppelte so viele Informationen auf wie herkömmliche Datenspeicher.

Berlin/Hannover - In einem Punkt haben es digitale Daten besser als Menschen: Die verfügbaren Immobilien, also die Festplatten, werden immer größer und zwar bei gleich bleibenden oder sogar sinkenden Preisen. 160 Gigabyte zum Beispiel sind heute für weniger als 50 Euro zu haben.

Und die Entwicklung von Festplatten mit immer mehr Kapazität drückt die Preise weiter. So schicken sich derzeit die ersten Hard Disc Drives (HDD) mit einem Terabyte (1000 Gigabyte, GB) Speicher an, Filmen, Fotos, Musik und Programmen eine Heimstatt zu geben.

Die Festplatten mit den riesigen Kapazitäten gibt es für den Einbau in den Rechner und auch als externe Laufwerke, die über ein USB-Kabel mit dem Computer verbunden werden. Preislich macht das kaum noch einen Unterschied. Der Nutzer sollte sich aber überlegen, wozu er die Festplatte hauptsächlich verwenden will. Denn der Zugriff auf eine externe Platte dauert länger als beim Einbaugerät. "Externe Festplatten eignen sich daher vor allem für Back-ups", sagt Peter Knaak, Computerexperte bei der Stiftung Warentest.

"Der Preiskampf geht gerade erst los"

Eine externe Speicherlösung ist zum Beispiel die "Datastation Duo W.U". Das von Trekstor angebotene Gerät wird mit Kapazitäten von einem und zwei Terabyte (TB) angeboten - darin stecken dann zweimal 500 GB beziehungsweise zweimal einem Terabyte. Die Preise betragen 349 Euro und 799 Euro. Nach Angaben des Herstellers kann der Speicher zusammen mit Rechnern verwendet werden, auf denen eines der folgenden Betriebssysteme installiert ist: Windows 98, ME, 2000, XP, Vista, Mac OS X oder Linux ab Kernel 2.6.

Wie das Gerät von Trekstor wird auch die HD-35x2PUK von Teac mit einem Terabyte Kapazität über USB 2.0 mit dem Rechner verbunden. Die tragbare Festplatte kostet 259 Euro. Weitere externe Lösungen mit Kapazitäten im Terabyte-Bereich gibt es unter anderem von Maxtor, Iomega, Fantec und Buffalo.

Terabyte-Festplatten für den Einbau gibt es von Hitachi  und Samsung . Beide benötigen ein Mainboard mit S-ATA-Schnittstelle. Das schließt den Einbau in ältere PCs aus. Während das Hitachi-Modell mit 314 Euro zu Buche schlägt, ist die Samsung-Platte für 260 Euro zu haben. "Der Preiskampf geht bei den Terabyte-Platten gerade erst los", sagt Boi Feddern von der Computerzeitschrift "C't".

Auf die Schnelligkeit achten

Auf die Schnelligkeit achten

Warentester Knaak würde allerdings eher nichts am Rechner ändern - und rät deshalb zu einer externen Lösung. "Dabei ist aber eine schnelle Verbindung wichtig." Der Experte empfiehlt, einen Netzwerkspeicher zu benutzen, der über Ethernet mit mehreren Rechnern verbunden werden kann. Das ermöglicht einen deutlich schnelleren Zugriff auf die Daten als über USB 2.0.

Wer einen halbwegs aktuellen Computer besitzt, sollte aber mit dem Einbau einer Festplatte in Terabytegröße keine Probleme haben. Älter als drei Jahre darf der Rechner nicht sein. "Auch das Betriebssystem sollte nicht uralt sein", sagt Feddern. Unter Windows 2000 mit allen Updates, Windows XP oder Vista seien Terabyte-Platten allerdings ohne weiteres einzubinden.

Die Investition in eine große Festplatte kann sich zum Beispiel für Anwender lohnen, die HD-Videos aufnehmen. "Da kommen schon mit jedem Film mehrere Gigabyte zusammen", sagt Feddern. Eine günstige Alternative zur Terabyteplatte kann der Kauf von zwei Festplatten mit jeweils 500 Gigabyte Speicher sein. Die sind derzeit für rund 100 Euro pro Stück zu haben.

Bei der Steigerung der Kapazitäten ist kein Ende in Sicht: Hitachi versucht derzeit, den Abstand der Datenspuren auf Festplatten auf 30 Nanometer oder weniger zu verkleinern. In einigen Jahren wären dadurch auch Kapazitäten von vier Terabyte möglich. Dann dürften in den meisten PCs von vornherein Festplatten mit mindestens einem Terabyte stecken.

Sven Appel, dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.