Fujitsu Siemens Mehr Gewinn, weniger Umsatz

Im zweiten Halbjahr hatte der deutsche Computerbauer Fujitsu Siemens mit Kampfpreisen der Wettbewerber zu kämpfen. Bei sinkenden Umsätzen konnte das Unternehmen aber immerhin noch den Gewinn steigern. Für den Rest des Jahres ist FSC optimistischer.

München – Der operative Gewinn sei im ersten Halbjahr von 18 auf 20 Millionen Euro gestiegen, der Vorsteuergewinn von vier auf 14 Millionen Euro, teilte die gemeinsame Tochter der deutschen Siemens  und der japanischen Fujitsu  am Mittwoch mit. Dagegen ging der Umsatz bei Fujitsu Siemens Computers (FSC) von 3,1 auf 3,01 Milliarden Euro zurück.

Unternehmenschef Bernd Bischoff begründete den Rückgang unter anderem mit dem schwierigen Marktumfeld. Die Preise für Computer und Zubehör seien im vergangenen Geschäftshalbjahr um 10 Prozent gesunken. Auch der starke Dollar habe das Ergebnis belastet, sagte Bischoff. FSC lässt vor allem Notebooks in Asien fertigen, während Desktoprechner und Server aus den beiden deutschen Werken Augsburg und Sömmerda stammen.

Zudem habe die Teil-Auslagerung des klassischen Wartungsgeschäfts an Partnerfirmen das Geschäft belastet, sagte Bischoff. Man wolle sich auf die sogenannten Managed Services konzentrieren, die Bereitstellung von IT-Lösungen für Unternehmen. Hier hatte sich FSC im vergangenen Jahr mit der Übernahme der Siemens-Sparte ITPS verstärkt. Inzwischen sei diese vollständig integriert, hieß es.

"Die Auftragsbücher sind gut gefüllt"

Im ersten Geschäftshalbjahr verkauften sich Server mit plus 11 Prozent und Notebooks mit plus 14 Prozent deutlich besser als im Vorjahreszeitraum. Das schwache Geschäft mit Desktoprechnern begründete Bischoff mit Kampfpreisen der Wettbewerber, bei denen kein Gewinn mehr zu erzielen sei. Dem will Bischoff mit der Produktion der Computer erst nach Auftragseingang begegnen, wie es das Unternehmen bereits im Geschäftskundenbereich macht. Dies ermöglicht eine Ausstattung genau nach Kundenwünschen; dank der deutschen Fabriken hat FSC mit dieser Strategie einem Heimvorteil. Zudem will Fujitsu Siemens mit einem neuen Design punkten, auch bei Notebooks.

"Wir haben es geschafft, unseren Umsatz trotz des extrem schwierigen Marktumfeldes mit zweistellig sinkenden Verkaufspreisen, negativen Wachstumsraten im Hardwarebereich in Westeuropa und Deutschland sowie einem schwachen Dollar stabil zu halten", resümierte Bischoff für das erste Halbjahr.

Für das zweite Halbjahr erwartet FSC eine Nachfragesteigerung des Marktes, einen höheren Umsatz sowie eine nochmalige Gewinnsteigerung. "Das zweite Halbjahr wird ein gutes für uns", so Bischoff. Die Auftragsbücher seien über November und Dezember hinaus bis hinein ins Jahr 2008 gut gefüllt. Die Verkäufe bei Notebooks und Servern sollen stärker wachsen als der Markt; Probleme bereiteten allerdings die Desktoprechner für Privatkunden. Für 2009 gab Bischoff noch keinen Ausblick wegen "zu vieler Unwägbarkeiten".

Traditionell ist das zweite Halbjahr stark wegen des Weihnachtsgeschäfts und dem Aufbrauchen der Jahresbudgets bei den Unternehmen. Dagegen läuft das erste Halbjahr eher mau. Die größten Konkurrenten für das deutsch-japanische Gemeinschaftsunternehmen sind Hewlett-Packard  (HP), Dell  und speziell bei den Notebooks Acer .

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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