Süddeutscher Verlag "Holtzbrinck ist Wunschkandidat"

Der Verkauf des Süddeutschen Verlags nähert sich der Zielgeraden. Fünf Bieter sollen noch im Rennen sein, die Verlagsgruppe Holtzbrinck gilt dabei als Wunschkandidat der Eigentümer. Aufgrund des Vorkaufsrechts der Südwestdeutschen Medienholding müssten die Stuttgarter allerdings tief in die Tasche greifen.

Frankfurt am Main - Auf ihrer Versammlung hätten die Gesellschafter des Süddeutschen Verlags ("Süddeutsche Zeitung") am Dienstag eine Reihe von Interessenten für die Buchprüfung (Due Diligence) ausgewählt, berichtet das "Handelsblatt" (Mittwochausgabe). Welche potenziellen Käufer in die Bücher des Münchener Zeitungsverlags blicken dürfen, sei aber unbekannt.

In Branchenkreisen werden der Kölner Zeitungskonzern DuMont Schauberg ("Frankfurter Rundschau", "Kölner Stadtanzeiger"), die Essener Waz-Gruppe und die Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck ("Handelsblatt", "Zeit") als Finalisten gehandelt. Auch der britische Zeitungsinvestor David Montgomery soll mit seiner Holding Mecom unter den Auserwählten sein, ebenso wie die Finanzinvestoren Apax und 3i.

"Im Verlag ist Holtzbrinck der Wunschkandidat", zitiert das "Handelsblatt" einen Unternehmensinsider, da der Konzern für Qualitätsjournalismus stehe. Zudem gebe es bei der Anzeigenvermarktung Synergien.

Kaufpreis in Höhe von einer Milliarde Euro

Derzeit ist der Süddeutsche Verlag im Besitz von fünf Familien sowie der Südwestdeutsche Medienholding (SWMH), die 18,75 Prozent an dem Verlag hält. Vier der Gesellschafter, die im Besitz von 62,5 Prozent der Anteile sind, wollen ihr Paket verkaufen. Die Verlegerfamilie Friedmann will ihre Anteile dagegen behalten.

Die SWMH wiederum, zu der unter anderem die "Stuttgarter Zeitung" sowie zahlreiche andere Beteiligungen im Medienbereich gehören, möchte ihren Anteil ausbauen. Die Holding war im Jahr 2002 in einer schweren Krise beim Süddeutschen Verlag eingestiegen und hält seitdem ein Vorkaufsrecht. Wenn sie innerhalb von drei Monaten das gleiche Gebot abgibt wie ein anderer Interessent, darf die SWMH die Anteile erwerben.

Die Holding gilt als äußerst finanzstark. Ein potenzieller Wettbewerber müsste daher voraussichtlich tief in die Tasche greifen, um die SWMH auszustechen. In Branchenkreisen wird von einem Kaufpreis in Höhe von einer Milliarde Euro ausgegangen.

manager-magazin.de

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