Edeka bevorzugt SAP Süße Rache

Vor zwei Jahren schnappte Oracle SAP den auf Software für Handelsfirmen spezialisierten US-Anbieter Retek vor der Nase weg. Nun konnte sich SAP gegen ebenjene Firma durchsetzen und gewann mit Edeka den größten deutschen Lebensmittelhändler als Kunden hinzu.

Stuttgart - Der bis 2012 laufende Vertrag mit Edeka sei der größte Abschluss von SAP  in der Handelsbranche, sagte Volker Scheffer, bei SAP Director Business Development. Bislang habe die Lebensmittelkette eine Softwarelösung der Oracle-Tochter Retek genutzt.

Edeka wolle für die Steuerung der Daten- und Warenströme im Einzel- und Großhandel künftig SAP-Software einsetzen. Dazu werde die Informationstechnik mit Hilfe von SAP harmonisiert und in einer Tochterfirma gebündelt. Edeka habe für das Projekt ein Investitionsbudget von rund 200 Millionen Euro veranschlagt.

Mit einem Umsatz von 37 Milliarden Euro und 253.000 Mitarbeitern gilt die Handelsgruppe mit den Marken Edeka, Netto, Spar, Globus und Marktkauf als größter deutscher Lebensmittelhändler. Edeka-Chef Alfons Frenk sagte, durch die Neuordnung der Informationstechnik könne das vor 100 Jahren gegründete Unternehmen einen dreistelligen Millionenbetrag sparen.

Großauftrag von Wal-Mart

SAP konzentriert sich seit längerem auf den Handel und will das Geschäft mit diesen Kunden ausbauen. Ein Bietergefecht um den auf Software für Handelsfirmen spezialisierten US-Anbieter Retek hatte SAP im Jahr 2005 gegen Oracle  verloren. Oracle hat sich mit milliardenschweren Übernahmen in den von SAP dominierten Markt für Unternehmenssoftware eingekauft.

SAP hofft nach dem Großauftrag nun auf weitere Abschlüsse in der Branche, die im wettbewerbsintensiven deutschen Markt mit niedrigen Margen kämpft. Dem Vertrag komme Signalwirkung zu, sagte SAP-Manager Scheffer.

Edeka folge den Standard-Geschäftsprozessen der Software. Daher hoffe SAP, damit auch bei anderen Handelskonzernen wie Metro oder Rewe punkten zu können. "Wir hoffen, mit diesem Abschluss in die Hochburg der Eigenentwicklungen einbrechen zu können", sagte Scheffer. Im Handel sei bislang vor allem von den Unternehmen selbst geschriebene Software im Einsatz. Vergangene Woche hatte SAP einen Großauftrag mit dem US-Handelsriesen Wal-Mart abgeschlossen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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