Messe Systems öffnet ihre Pforten

Die IT-Messe Systems ist am Montagabend offiziell eröffnet worden. Zum Auftakt warnte der Branchenverband Bitkom vor Wachstumshindernissen durch den zunehmenden Fachkräftemangel.

München – Bayerns Wirtschaftsministerin Emilia Müller (CSU) eröffnete die Systems am Montagabend offiziell. Auf der Messe dreht sich alles um Computer, Software und Telekommunikation. Bis Freitag, den 26. Oktober, zeigen 1198 Aussteller aus 28 Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen, das sind 62 weniger als im Vorjahr.

Zum Auftakt der Computermesse warnte der Branchenverband Bitkom vor Wachstumshindernissen durch den zunehmenden Fachkräftemangel. Derzeit gebe es rund 40.000 offene Stellen in der Informations- und Kommunikationswirtschaft sowie bei den Anwenderunternehmen, sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer.

Bei einer Umfrage hätten 62 Prozent der Unternehmen angegeben, dass das Fehlen qualifizierter Mitarbeiter ihre Geschäfte behindere. "Wir haben Vollbeschäftigung und suchen dringend weitere Arbeitskräfte", so Scheer. Um dem wachsenden Personalbedarf zu begegnen, werde die Nachwuchsförderung auch einer der Schwerpunkte beim zweiten nationalen IT-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 10. Dezember in Hannover sein, kündigte der Präsident an. Der Politik warf er vor, sich bisher nur "halbherzig" mit dem Zuzug ausländischer Fachkräfte befasst zu haben. "Wir sind etwas traurig darüber, dass man hier nicht nach vorne gegangen ist", sagte Scheer.

Preisverfall auf dem TK-Markt

Für die Informationstechnologie geht der Verband in diesem Jahr von einem Umsatzplus von 3,5 Prozent auf 72,5 Milliarden Euro aus, die Erlöse der digitalen Unterhaltungselektronik sollen sogar um 6,7 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro zulegen. Dagegen wird für die Telekommunikation mit einem Minus um 1,8 Prozent auf 64,8 Milliarden Euro gerechnet. Das Mengenwachstum in diesem Segment könne die fallenden Preise für Telekommunikationsdienstleistungen nicht wettmachen, sagte Scheer.

Vor allem die Anbieter von Sprachtelefonie im Festnetz und im Mobilfunk stünden unter Druck. Einen Boom erlebten dagegen die Internetprovider, die von der wachsenden Verbreitung schneller Internetanschlüsse profitierten. Auch die Anbieter von Software und IT-Dienstleistungen könnten sich über eine rege Nachfrage freuen.

Der Verband will sich auch für eine Stärkung der Unternehmen im internationalen Wettbewerb einsetzen. "Wir haben in Deutschland zu wenige internationale Player", sagte Scheer. Zu häufig gelinge es nicht, Entwicklungen und Leistungen der Branche aus Deutschland auch auf den Weltmärkten zu Produkten zu machen.

manager-magazin.de mit Material von dpa