IT-Markt Heiter bis wolkig

Deutsche IT-Unternehmen rechnen in diesem Jahr mit einem ordentlichen Umatzplus. Nur der anhaltende Fachkräftemangel und der Preisverfall auf dem Telekommunikationsmarkt trüben die Stimmung in der Branche ein wenig.

München - Bei einer Umfrage hätten 62 Prozent der ITK-Unternehmen angegeben, dass das Fehlen qualifizierter Mitarbeiter ihre Geschäfte behindere, sagte der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, August-Wilhelm Scheer, am Montag. "Wir haben Vollbeschäftigung und suchen dringend weitere Arbeitskräfte." Derzeit gebe es rund 40.000 offene Stellen in der Informations- und Kommunikationswirtschaft sowie bei den Anwenderunternehmen.

Für die Informationstechnologie geht der Verband in diesem Jahr von einem Umsatzplus von 3,5 Prozent auf 72,5 Milliarden Euro aus, die Erlöse der digitalen Unterhaltungselektronik sollen sogar um 6,7 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro zulegen. Dagegen wird für die Telekommunikation mit einem Minus um 1,8 Prozent auf 64,8 Milliarden Euro gerechnet.

Das Mengenwachstum in diesem Segment könne die fallenden Preise für Telekommunikationsdienstleistungen nicht wettmachen, sagte Scheer. Vor allem die Anbieter von Sprachtelefonie im Festnetz und im Mobilfunk stünden unter Druck. Einen Boom erlebten dagegen die Internetprovider, die von der wachsenden Verbreitung schneller Internetanschlüsse profitierten. Auch die Anbieter von Software und IT-Dienstleistungen könnten sich über eine rege Nachfrage freuen. Das Geschäftsklima im gesamten Hightech-Sektor beurteilte Scheer damit weiterhin als gut.

Um dem wachsenden Personalbedarf zu begegnen, werde die Nachwuchsförderung auch einer der Schwerpunkte beim zweiten nationalen IT-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 10. Dezember in Hannover sein, kündigte Scheer an. Der Politik warf er vor, sich bisher nur "halbherzig" mit dem Zuzug ausländischer Fachkräfte befasst zu haben. "Wir sind etwas traurig darüber, dass man hier nicht nach vorne gegangen ist", sagte der Bitkom-Präsident.

Der Verband will sich auch für eine Stärkung der Unternehmen im internationalen Wettbewerb einsetzen. "Wir haben in Deutschland zu wenige internationale Player", sagte Scheer. Zu häufig gelinge es nicht, Entwicklungen und Leistungen der Branche aus Deutschland auch auf den Weltmärkten zu Produkten zu machen.

manager-magazin.de mit Material von dpa