Quartalszahlen Nokia glänzt

Trotz der Probleme bei der Netzwerksparte NSN konnte Nokia den Gewinn im dritten Quartal fast verdoppeln. Damit übertraf der finnische Konzern die Erwartungen der Analysten deutlich.

Helsinki - Der Überschuss sei im Vergleich zum Vorjahresquartal von 0,85 auf 1,56 Milliarden Euro gestiegen, teilte Nokia  mit. Analysten hatten im Schnitt mit 1,33 Milliarden Euro gerechnet. Das Ergebnis je Aktie verdoppelte sich beinahe von 0,21 auf 0,40 Euro bei einer Prognose von 0,34 Euro. Die Börsianer honorierten dies mit einem Aufschlag von 4,88 Prozent auf 26,85 Euro; damit lag Nokia an der Spitze des EuroStoxx 50 .

Operativ verdienten die Finnen mit 1,86 Milliarden Euro 69 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch damit übertraf das Unternehmen die Analystenerwartungen. Dagegen blieb der Umsatz mit einer Steigerung von 28 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro etwas hinter den Erwartungen zurück.

Die guten Zahlen rührten vor allem von einem stark gestiegenen Handyabsatz von 111,7 Millionen Stück her. Vor einem Jahr hatte Nokia noch 100,8 Millionen Geräte abgesetzt. Die Finnen setzen seit einiger Zeit verstärkt auf Niedrigpreis-Geräte für die aufstrebenden Milliardenvölker in Indien und China. Diese Strategie hatte sich bereits im vergangenen Quartal bezahlt gemacht.

Marktführerschaft ausgebaut

Damit einher geht ein Verfall des Durchschnittspreises je Gerät (ASP) von 90 Euro im zweiten Quartal auf nun 82 Euro. Der operativen Marge tat dies aber keinen Abbruch. Sie verdoppelte sich in der Sparte Mobilfunk beinahe von 13,1 auf 22,6 Prozent.

Nur das Multimediageschäft ist ähnlich profitabel. Nokia verstärkt sich kontinuierlich im Bereich Musik und Spiele und seit Neuestem auch in der digitalen Navigation. Erst jüngst hatte Nokia ein 8,1 Milliarden Dollar schweres Angebot für den US-amerikanischen Straßenkarten-Anbieter Navteq vorgelegt.

Die Hälfte des Umsatzes und zwei Drittel des Gewinns stammen aber weiterhin aus der Handyproduktion. Branchenweit geht Nokia für dieses Jahr von einem Absatz von 1,1 Milliarden Stück aus, ein Plus von mehr als 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nokia hält mittlerweile 39 Prozent an diesem boomenden Markt, ein Plus von einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorquartal. Analysten erwarten, dass das Unternehmen die 40 Prozent im laufenden vierten Quartal erreicht und damit den Abstand zum Branchenzweiten Motorola  vergrößert.

Verluste bei NSN vermindert

Verluste bei NSN vermindert

Das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) konnte den Verlust im vergangenen Quartal weit deutlicher reduzieren als erwartet. Hatte die gemeinsame Tochter mit Siemens  im Vorquartal noch einen Verlust von 1,27 Milliarden Euro angehäuft, waren es diesmal vergleichsweise geringe 120 Millionen Euro.

Die Restrukturierung von Nokia Siemens Networks will der Handyhersteller zumindest buchhalterisch alsbald abgeschlossen haben, was allerdings zu weiteren Einmalbelastungen führt. Die erwarteten Kosten seien auf etwas mehr als zwei Milliarden Euro gestiegen von ehedem 1,5 Milliarden Euro, teilte Nokia  mit. Die zusätzlichen Belastungen sollen größtenteils noch im laufenden Jahr verbucht werden. Bis zum Ende des dritten Quartals summierten sich die Belastungen bereits auf 991 Millionen Euro.

Auf der anderen Seite erhoffen sich die Finnen höhere jährliche Synergien aus der Zusammenlegung des eigenen Netzwerkgeschäfts mit dem von Siemens. Über die 1,5 Milliarden Euro hinaus, die bis zum Jahr 2008 erreicht werden sollen, habe Nokia weitere 500 Millionen Euro ausgemacht, hieß es. Nokia hat die Führung beim Joint-Venture inne.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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