Philips Schwaches US-Geschäft

Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat seinen Umsatz und Gewinn im dritten Quartal gesteigert und damit die Analystenerwartungen übertroffen. Schwierigkeiten bereitete aber das US-Geschäft.

Amsterdam - Der niederländische Elektronikkonzern Philips  sieht eine Verschiebung seiner Absatzmärkte. Die Vereinigten Staaten, wichtigster Markt für viele Philips-Produkte, werde künftig "potenziell schwächer" sein, sagte Unternehmenschef Gerard Kleisterlee mit Blick auf die künftige Geschäftsentwicklung. Diese Entwicklung werde allerdings von kleineren Wachstumsmärkten kompensiert. Am Morgen fiel der Aktienkurs in Amsterdam um 4,11 Prozent auf 30,83 Euro und lag damit am Ende des EuroStoxx-50-Index .

Einen Teil seiner wachsenden Geldreserven will Philips auch in Übernahmen investieren, um das Wachstum zu stützen. Seit dem milliardenschweren Verkauf der Halbleitersparte vor einem Jahr hat Philips weitere Geschäftsfelder veräußert. Jüngst nahmen die Niederländer 1,55 Milliarden Euro mit dem Verkauf von Aktien an LG-Philips LCD ein. Analysten rechnen damit, dass Philips zum Jahresende auf Barreserven von 4,0 bis 4,5 Milliarden Euro sitzt. Die wachsenden Geldreserven will das Unternehmen teilweise an seine Aktionäre ausschütten. Dazu will Philips zum Jahreswechsel neue Schritte ankündigen.

Unternehmenschef Kleisterlee zeigte sich zufrieden mit dem Geschäftsverlauf im dritten Quartal. Der Umsatzanstieg sei durch das Verbrauchergeschäft und wichtiger Wachstumsmärkte wie Lateinamerika, China und Indien getrieben worden.

Die Medizintechniksparte erlitt im weltgrößten Markt USA Rückschläge durch das Gesetz zur Verringerung des Haushaltsdefizits. Damit erfüllten sich die Sorgen von Analysten. Außerhalb der Vereinigten Staaten konnte Philips mit diesem Geschäft den Gewinn steigern.

Die Licht-Sparte profitierte besonders von starker Nachfrage für Energiesparlampen und wird laut Philips auch künftig stark wachsen. Im Verbrauchergeschäft verzeichnete Philips dank einer Reihe von Markteinführungen belebte Resonanz.

Insgesamt lief das Geschäft im dritten Quartal lief das Geschäft dank guter Geschäfte des Lichtgeschäfts und der Verbrauchersparte besser als von Analysten erwartet. Der operative Gewinn (Ebita) stieg von 71 auf 438 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem geringeren Anstieg gerechnet. Mit einem Umsatzplus von 3,3 Prozent auf 6,52 Milliarden Euro übertraf Philips ebenfalls die Analystenschätzungen.

Nur beim Überschuss blieb Philips mit einem Anstieg von bereinigt um Sondereffekte einer Million Euro vor einem Jahr auf 331 Millionen Euro hinter den Erwartungen zurück. Hier hatten Experten mit 362 bis 392 Millionen Euro gerechnet.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx