Springer Deutsche Post streicht Anzeigen

Der Axel-Springer-Verlag verliert einen wichtigen Werbekunden. Die Deutsche Post hat laut einem Magazinbericht bis zum Jahresende alle Anzeigen in Springer-Blättern storniert. Eine Strafaktion sei das nicht, heißt es offiziell. Springer greift die Post auf dem Briefmarkt an.

Hamburg - Mit sofortiger Wirkung hat die Deutsche Post  ihre Anzeigen in allen Blättern des Axel-Springer-Verlags storniert. Bis Ende des Jahres sei insgesamt ein Volumen von rund 800.000 Euro zurückgezogen worden, bestätigte die Post dem SPIEGEL laut Vorabbericht. Betroffen seien aber auch andere Verlage, habe es geheißen.

Es gehe bei den Stornierungen vor allem um Anzeigen der Postbank , aber auch von Post-Töchtern wie DHL. "Eine irgendwie geartete Strafaktion", heiße es im Konzern offiziell, sei das aber nicht. Vielmehr gehe es um eine "normale Überprüfung" der Werbekampagnen am Jahresende.

Die Post und Springer sind harte Konkurrenten, weil sich der Verlag die Mehrheit an der Briefzustellfirma Pin Group gesichert hat. Seit Wochen streiten die Konzerne um den Vorstoß der Post zur Einführung eines Mindestlohns für die gesamte Branche. Die Post hatte über den von ihr dominierten Arbeitgeberverband Postdienste mit der Gewerkschaft Verdi einen Mindestlohn von 8,00 bis 9,80 Euro pro Stunde vereinbart, der nun für allgemeinverbindlich erklärt werden soll. Dieser Lohn liegt über dem der Konkurrenten wie Pin.

Unter Beteiligung von Springer hatten mehrere Zeitungshäuser eine Werbekampagne gestartet, in der Post und Politik gemeinsames Spiel bei der Aufrechterhaltung des Briefmonopols unterstellt wird. "Es ist schon erstaunlich, wie offensichtlich unsouverän ein international agierender Großkonzern und Noch-Monopolist auf das unternehmerische Investment eines potenziellen Wettbewerbers reagiert", heißt es laut SPIEGEL bei Springer.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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