ProSiebenSat.1 Neues Rabattsystem

Bemängelt wurde das Verfahren schon seit Jahren, aber erst nachdem das Kartellamt die Ermittlungen aufnahm, will der Werbezeitenvermarkter von ProSiebenSat.1 nun sein Rabattsystem ändern. Verlierer der neuen Methode sind die Mediaagenturen.

München - Künftig werde die SevenOneMedia nur noch werbetreibenden Unternehmen Rabatte geben, Agenturen hingegen nicht mehr, teilte ProSiebenSat.1  am Donnerstag mit. "Bei unserem Modell haben wir uns streng an den kartellrechtlichen Kriterien für Rabattsysteme orientiert", sagte Vorstandsmitglied Peter Christmann.

Die Behörde hatte wegen des Verdachts auf Wettbewerbsverstöße bei den Werbezeitvermarktern gegen die Fernsehkonzerne ProSiebenSat.1 und RTL ermittelt. In der vergangenen Woche hatten sich die Unternehmen zur Zahlung von Bußgeldern in Höhe von zusammen 216 Millionen Euro bereit erklärt.

Die Untersuchungen richteten sich gegen sogenannte Share-Deals beim Verkauf von Fernsehwerbung. Dabei verpflichten sich Mediaagenturen, einen gewissen Anteil ihres Werbespektrums bei einem bestimmten Vermarkter zu platzieren. Die Mediaagentur bekommt dafür Gratis-Spots, die sie wiederum auf eigene Rechnung weiterverkaufen oder zur Pflege neuer Kunden einsetzen kann. Dadurch fühlten sich kleinere Agenturen massiv benachteiligt.

Dieses Verfahren soll mit dem neuen Rabattsystem nun nicht mehr möglich sein. Stattdessen erhalten die Agenturen nach Angaben von SevenOneMedia nur für eindeutig definierte Dienstleistungen Honorare. Dies gelte beispielsweise, wenn eine Agentur ihre Aufträge über ein Onlinesystem platziere. Dann könne der eingesparte Zeit- und Personalaufwand in Form eines Honorars an die Agentur weitergegeben werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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