Telefonica Milliarden für Deutschland

Das Telekommunikationsunternehmen Telefonica will in den nächsten drei Jahren rund 3,5 Milliarden Euro in seine deutsche Tochter O2 stecken. Das Geld soll vor allem in die technische Ausrüstung der hiesigen Telefonfirma investiert werden, aber auch in neue Produkte.

Hamburg - Die spanische Telefonfirma Telefonica  investiert in den kommenden Jahren in seine Tochter O2 Deutschland. 3,5 Milliarden Euro werde das Unternehmen zwischen 2007 und 2010 bereitstellen, teilte Telefonica heute mit. Das Geld fließt in den Ausbau des Festnetz- und Mobilfunknetzes.

O2 solle so seine Abhängigkeit von der Deutschen Telekom verringern. Besonders in ländlichen Regionen betreibe die Telefonica-Tochter keine eigenen Sender, sondern nutze die Technik der Deutschen Telekom zurück. Künftig solle O2 "nahezu über ein flächendeckendes eigenes Netz" verfügen. Darüber hinaus plant das Unternehmen nach Angaben von O2-Europachef Peter Erskine den Ausbau des schnellen UMTS-Angebotes. Zudem soll das erst jüngst gestartete DSL-Geschäft erweitert werden.

Für das gesamte Europageschäft geht Erskine nun bis 2010 von einem jährlichen Umsatzwachstum zwischen 4 und 8 Prozent aus. Deutschland werde dabei eine bedeutende Rolle spielen, sagte Erskine.

Parallel dazu will Telefonica die Restrukturierung von O2 Deutschland vorantreiben und in diesem und dem kommenden Jahr bis zu 210 Millionen Euro einsparen. Das entsprechende Programm sei "auf Kurs", hieß es. O2 leidet wie die anderen Mobilfunkbetreiber unter sinkenden Tarifen. Allerdings erwartet Europachef Erskine eine Abschwächung beim Preisverfall. Zudem setzt er darauf, dass die mobile Internetnutzung anzieht.

Der gesamte Telefonica-Konzern erwartet bis zum Jahr 2010 ein spürbares Wachstum und will seine Aktionäre daran in Form einer erhöhten Dividende teilhaben lassen. Der operative Gewinn soll zwischen 2006 und 2010 um durchschnittlich 16 bis 20 Prozent pro Jahr wachsen, sagte Konzernchef Cesar Alierta. Angesichts der prognostizierten Erstarkung soll bereits für das Geschäftsjahr 2008 pro Aktie 1 Euro Dividende fließen. Ursprünglich hatte das Unternehmen diesen Wert erst für 2009 angepeilt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx