BBC 3000 Jobs in Gefahr

Die weltweit größte öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt BBC steht offenbar vor einem radikalen Stellenabbau. Der britische Sender muss die Kosten drastisch reduzieren, um einen Fehlbetrag in Höhe von knapp drei Milliarden Euro auszugleichen.

London – BBC-Generaldirektor Mark Thompson müsse dem Aufsichtsgremium für die öffentlich-rechtliche Anstalt bereits kommende Woche Vorschläge zur Deckung eines Fehlbetrags von umgerechnet fast 2,9 Milliarden Euro unterbreiten, berichtete die "Financial Times" (Dienstagausgabe). Das Führungspersonal sei informiert worden, dass mehr als 12 Prozent der Jobs und damit über 2000 Arbeitsplätze wegfallen könnten. Eine BBC-Sprecherin wollte den Bericht nicht kommentieren.

Die Gewerkschaft spricht sogar von einem noch höheren Stellenabbau. "Wir befürchten, dass bis zu 2800 Jobs bei BBC wegfallen, sagte Helen Ryan von der Gewerkschaft Bectu. "Wir bereiten uns auf grausame Kürzungen vor. Die BBC hat klar gemacht, dass jede Abteilung sparen muss."

Nach Informationen der Zeitung plant der Generaldirektor das Jahresbudget von drei Milliarden Pfund (4,3 Milliarden Euro) in jedem der kommenden fünf Jahre um 6 Prozent zu kürzen. Grund seien zu geringe Gebühreneinnahmen, durch die laut Zeitungsbericht eine Finanzierungslücke von zwei Milliarden Pfund entstanden ist.

Es wird erwartet, dass Thompson dem BBC Trust kommenden Mittwoch seine Pläne für die Kürzungen vorlegt. Betroffen könnten unter anderem die Flaggschiff-Programme "Panorama" und "Planet Earth" sein. Die British Broadcasting Corporation, weltweit die größte öffentlich-rechtliche Sendeanstalt, beschäftigt mehr als 23.000 Mitarbeiter rund um den Globus.

Die BBC war zuletzt mit einer Reihe von Skandalen selbst zum Objekt der Berichterstattung geworden. Der Chef des Fernsehsenders BBC One musste vergangene Woche nach einem irreführenden Bericht über die Queen zurücktreten. Zuvor musste die BBC Fehlverhalten bei Anrufershows einräumen und ein Bußgeld von rund 74.000 Euro zahlen. Zudem handelte sie sich eine Rüge der Medienaufsicht Ofcom ein.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters