Einigung mit DFL Kirch vermarktet Fußball-Bundesliga

Die Deutsche Fußball Liga hat die Vergabe der Medienrechte an der Fußball-Bundesliga von 2009 an für sechs Jahre in die Hände des einstigen Medienmoguls Leo Kirch gelegt. Für sein Comeback im Sportgeschäft zahlt Kirch insgesamt drei Milliarden Euro an die DFL. Die Aktie von Premiere sackt ab.

Frankfurt am Main – Die von Kirch gegründete Agentur Sirius wird die kommenden beiden Ausschreibungen im deutschsprachigen Raum durchführen. Dies gab Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball am Dienstag nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung bekannt.

Kirchs Firma zahlt demnach von der Saison 2009/10 an für sechs Jahre insgesamt drei Milliarden Euro an die DFL und wird die TV- Rechte, die im Herbst ausgeschrieben werden sollen, im Auftrag der 36 deutschen Fußball-Profivereine weiterverkaufen.

Der Agentur Sirius selbst würden jedoch keine Rechte übertragen. Die Ausschreibung für die Medienrechte werde voraussichtlich im Frühjahr 2008 beginnen.

DFL kassiert 500 Millionen Euro pro Saison

Die DFL erhofft sich durch den neuen Partner eine deutliche Steigerung der Einnahmen: Sirius garantiert mindestens Erlöse von insgesamt drei Milliarden Euro - also 500 Millionen Euro pro Saison. Derzeit kassiert die DFL 440 Millionen Euro pro Spielzeit. Die Erlöse seien durch eine Bankgarantie gesichert, teilte die DFL mit.

Ab der Saison 2009/10 will die DFL auch ein fertiges Bundesliga-Programm für das Bezahlfernsehen anbieten. Produzieren soll das Programm ein Gemeinschaftsunternehmen von Sirius und der DFL. Die Liga will daran 49 Prozent halten, Sirius 51 Prozent. Die redaktionelle Unabhängigkeit sei gewährleistet, hieß es.

Premiere-Kurs rutscht deutlich ab

Leidtragender könnte Premiere sein

Leidtragender der neuen Vereinbarung könnte der Bezahlfernsehsender Premiere  sein. Dessen Aktienkurs ging am Dienstag über 8 Prozent in den Keller auf 14,57 Euro. "Premiere wird die Möglichkeit haben, ein Angebot abzugeben", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.

Der Kirch-Vertraute Dieter Hahn sagte, wenn Premiere die Bundesliga weiter live übertragen wolle, müsse der Sender auf das Angebot des Gemeinschaftsunternehmens zurückgreifen. Premiere wollte sich dazu zunächst nicht äußern.

Arena warf das Handtuch

Premiere hatte im Dezember 2005 den Milliardenpoker um die Live-Übertragungsrechte verloren, weil der Liga die freie Ausstrahlung in der ARD-"Sportschau" wichtiger war als der höchste Preis. Der neue Pay-TV-Sender Arena hatte für rund 660 Millionen Euro für die drei Spielzeiten bis 2008/09 den Zuschlag bekommen, aber letztlich nicht genug Abonnenten gewonnen und im Sommer das Handtuch geworfen.

Zurückhaltung gegenüber Kirch-Comeback

Die ARD hält sich mit Kommentaren über eine mögliche Rückkehr Kirchs noch zurück. Das ZDF ist ebenfalls zurückhaltend. "Das Outsourcing ist Sache der DFL, da werden wir uns nicht einmischen", sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender. Höhere Ausgaben als bisher lehnte Brender allerdings ab: "Wir werden für vergleichbare Rechte nicht mehr bezahlen als bisher."

Der frühere Medienmogul Kirch ist seit Ende September wieder groß im Mediengeschäft aktiv. Er stieg als Großaktionär in das einst als EM.TV bekannt gewordene Unternehmen EM.Sport Media  ein. Im Gegenzug übernahm die Firma ein Aktienpaket an der Schweizer Highlight Communications, das Kirch und sein früherer Geschäftsführer Dieter Hahn im Stillen erworbenen hatten.

Highlight Communications  ist der Mutterkonzern der Constantin-Film und des Champions-League-Vermarkters Team. Zu EM.Sport Media gehören der Fernsehsender DSF, die Onlineplattform Sport1 und die TV-Produktionsgesellschaft Plazamedia. Highlight ist mit 5 Prozent der Aktien an EM.Sport Media beteiligt.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa