IT Outsourcing-Welle bei Großbanken

Die Ankündigung kam fast zeitgleich: Sowohl die Dresdner Bank als auch die Commerzbank lagern Teile ihrer IT an externe Dienstleister aus. Dabei sind Umzüge von Mitarbeitern geplant - von Stellenstreichungen ist bislang nicht die Rede.

Frankfurt am Main/Palo Alto/Paris - Die Commerzbank  will durch ein weltweites Outsourcing-Abkommen mit dem US-Konzern Hewlett-Packard  (HP) die IT-Kosten deutlich senken. In den kommenden fünf Jahren werde HP das Management von 33.000 PC-Arbeitsplätzen und 12.000 Druckern, die dazugehörigen IT-Dienstleistungen sowie das E-Mail-System betreuen, teilte der US-Technologiekonzern am Montag mit.

Die übernommenen Dienstleistungen reichten dabei von Infrastruktur-Services bis hin zum Management des kompletten Lebenszyklus der Desktop-Umgebung. HP übernehme zudem rund 100 IT-Mitarbeiter der Commerzbank und biete ihnen eine Perspektive für ihre berufliche Zukunft. Das Volumen des Outsourcing-Auftrages betrage rund 150 Millionen EUR, wie eine mit der Materie vertraute Person der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires sagte.

"Mit diesem Abkommen kann die Commerzbank unter anderem ihre IT-Kosten deutlich senken und variabilisieren", sagte Frank Annuscheit, Chief Opertaing Officer bei der Commerzbank. Konkrete Angaben zur Höhe der Einsparungen wollte ein Sprecher der Bank auf Nachfrage nicht machen. Gemeinsam mit HP als strategischem Partner wolle die Commerzbank zudem die IT-Innovationen vorantreiben und so das eigene Wachstum unterstützen, sagte Anuscheit weiter.

Auch die Dresdner Bank lagert IT-Aufgaben aus. Der französische Dienstleister Atos Origin übernimmt die Wartung und Weiterentwicklung für Teile der IT der Dresdner Bank. Der Vertrag laufe sieben Jahre, teilte Atos am Montag mit. Finanzielle Einzelheiten nannte das Unternehmen nicht.

Atos wird nach Angaben einer Sprecherin das sogenannte Core Banking System der Allianz-Tochter  betreuen mit rund 80 Anwendungen für das Privat- und Firmenkundengeschäft. Im Rahmen der Zusammenarbeit wechseln den Angaben zufolge 200 IT-Experten der Dresdner Bank zu dem Dienstleister.

Die meisten Mitarbeiter sitzen in Frankfurt und werden laut der Atos-Sprecherin in ein neues Bürogebäude in direkter Nachbarschaft zur Dresdner Bank umziehen. Die acht Mitarbeiter am Standort Hamburg werden in die dortige Atos-Niederlassung eingegliedert.

manager-magazin.de mit Material von dow jones und dpa-afx