PC-Monitore Scharfe Schirme

Flache PC-Bildschirme haben ihren klobigen Vorgängern längst den Rang abgelaufen. Die platzsparenden Monitore sehen nicht nur besser aus, sondern überzeugen auch mit kristallklaren Bildern und weniger Energieverbrauch. Beim Kauf sollten allerdings einige Dinge beachtet werden.

Berlin/Hannover - Klobige, schwere Röhrenbildschirme haben auf heimischen Schreibtischen endgültig ausgedient. Bei den Flachmonitoren läuft unterdessen ein regelrechter Wettbewerb - größer, breiter, schicker sollen sie sein.

"Die 17-Zoll-Monitore sterben schon aus, 19 Zoll sind inzwischen Standard", sagt Dirk Lorenz von der Stiftung Warentest. Und je größer die Bildschirme werden, umso häufiger kommen sie im Widescreen-Format daher. Das Seitenverhältnis ist dann nicht mehr 4:3, sondern 16:10.

Doch auch Bildschirme mit Diagonalen von 21, 22 und 24 Zoll sind keine Seltenheit mehr. Mit der Größe kommt mehr Anzeigefläche - und das kann bei zahlreichen Programmen und Anwendungen praktisch sein. "So kann man etwa Werkzeuge einblenden, eine kleine Uhr oder einen Taschenrechner", erklärt Stefan Porteck von der Zeitschrift "C't". Bei großen Tabellen entfalle das ständige Scrollen seitwärts. "Zudem bietet sich die Möglichkeit, mehrere Fenster nebeneinander zu öffnen, statt zwischen den Programmen hin- und herzuwechseln", so Experte Lorenz.

Inzwischen haben die schlanken Schirme auch ihre Kinderkrankheiten überwunden und sind durch die Bank den Röhrenbildschirmen überlegen. "Nur ganz spezielle Anwender, etwa Grafiker, bevorzugen die alten Bildschirme wegen der besseren Farbabstufungen und der feineren Details", erklärt Lorenz. Für Heimanwender, für Spieler und im Büro allerdings sind die LCD-Monitore mehr als ausreichend. Denn neben geringerem Energieverbrauch, weniger Wärmeentwicklung und der Möglichkeit ergonomischen Arbeitens sind die Monitore besonders wegen ihrer Schärfe geschätzt.

Waren vor ein paar Jahren noch die Blickwinkel ein Schwachpunkt bei den Flachen, ist auch dies überwunden. Experte Porteck rät dennoch, einen Bildschirm vor dem Kauf im Laden genau unter die Lupe zu nehmen. Dabei sollte man sich auf seinen eigenen Eindruck verlassen und nicht unbedingt auf die Herstellerangaben.

Spieler oder Texter?

Spieler oder Büroanwender?

"Mit großen Zahlen wird gern Werbung gemacht - sowohl beim Kontrastverhältnis als auch bei der Reaktionszeit", sagt Lorenz. Aber weder brauche ein Büroanwender maximale Helligkeit auf seinem Schirm noch benötige ein Heimanwender eine extrem kurze Reaktionszeit. "Bei weniger als zehn Millisekunden kann das Auge das ohnehin kaum noch wahrnehmen." Für Spieler hingegen sind schnelle Bildwechsel wichtig, sonst kann es bei der Darstellung sich schnell bewegender Objekte zu Schlieren kommen.

Die Reaktionszeit des Bildschirms wird jedoch unterschiedlich gemessen. So könne ein Wechsel in den Graustufen andere Werte ergeben als die Messung des Wechsels zwischen schwarz und weiß. Auch die Größe des Displays kann Einfluss auf die Schnelligkeit der Bildwechsel haben - große Anzeigen können langsamer sein als kleine.

In Sachen Kontrast hat sich ebenfalls einiges getan. "Moderne LCDs sind so kontraststark, dass man mit ihnen in hellen Räumen arbeiten kann", sagt Porteck. 500:1 ist hier der Richtwert - "das reicht vollkommen", sagt Lorenz. Gerade bei Kontrast und Farben sollte man schon im Geschäft gut hinschauen: Sind etwa in dunklen Filmszenen Graustufen zu erkennen oder wirkt alles schwarz? Erscheinen Hauttöne natürlich oder eher bonbonfarben?

Bildschirm als Spiegel

Wer einen neuen Bildschirm kauft, sollte sich zudem Gedanken über die Ergonomie machen. "Beim Arbeiten sollte man möglichst senkrecht auf die Bildschirmfläche schauen - als ob man das Gesicht in einem Spiegel betrachtet", sagt Wolfgang Jaschinski vom Institut für Arbeitsphysiologie an der Universität Dortmund. Zudem sollten Nutzer ausprobieren, den Bildschirm zu neigen. "Der Monitor sollte so aufgestellt sein, dass keine Reflexionen auf dem Monitor entstehen." Allerdings ist das bei vielen modernen Displays nicht so leicht zu bewerkstelligen. "Die Hersteller sind zu Glanzdisplays übergegangen", sagt Lorenz. Sie wirken heller und brillanter und sehen noch dazu schicker aus. "Aber sie reflektieren das Licht, und das kann sehr störend sein." Denn das Auge ist verwirrt, wenn es auf das Display und auf das eigene Spiegelbild fokussiert.

Nicht nur die Front sollten Käufer eines Monitors genau ansehen - auch die Seiten sind einen Blick wert. "Wer jetzt einen Bildschirm kauft, sollte auf den digitalen DVI-Anschluss achten", sagt Porteck. Nur der analoge VGA-Eingang sei nicht mehr zeitgemäß. Auch Details wie ein USB-Hub, integrierte Kartenleser oder Lautsprecher können Nutzern einen Mehrwert bieten, so Lorenz: "Jeder sollte sich vor dem Kauf genau überlegen, wozu er den Monitor braucht."

Verena Wolff, dpa

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