SAP/Oracle Prozess beginnt 2009

Im Rechtsstreit zwischen den Softwareherstellern SAP und Oracle hat das zuständige US-Gericht den Prozessbeginn auf den 9. Februar 2009 gelegt. Damit beginne der auf vier Wochen angelegte Prozess ein halbes Jahr früher als Oracle gefordert habe, sagte ein SAP-Sprecher.

Frankfurt am Main - Der Richter Martin Jenkins am Bezirksgericht Nordkalifornien forderte die beiden Kontrahenten auf, auch außergerichtlich miteinander an einer Konfliktlösung zu arbeiten. "Dies ist ein Schritt zu einer zügigen Prozessführung", sagte der SAP-Sprecher. Die Sammlung der Unterlagen für die Beweisführung soll bis zum 8. August 2008 abgeschlossen werden.

Oracle  wirft SAP  vor, sich wiederholt unerlaubt Zugang zu einer Oracle-Webseite für die Kundenbetreuung verschafft und von dort Software sowie Dokumentation heruntergeladen zu haben.

SAP-Chef Henning Kagermann räumt einer Einigung mittlerweile nur noch geringe Chancen ein. "Ich glaube, Oracle möchte das Thema so lange wie möglich in den Medien halten", sagte der Manager jüngst.

Die bei dem Gericht in San Francisco eingereichte Klage lautet auf Diebstahl geistigen Eigentums. SAP hatte den unerlaubten Zugang zu Oracle-Datenbanken eingeräumt, streitet aber die Industriespionagevorwürfe ab.

"Wir haben keine Industriespionage betrieben und Oracle ist kein nennenswerter Schaden entstanden", sagte Kagermann. Die Rückstellung von zehn Millionen Euro für den möglichen Prozess sei "nach derzeitigem Stand" ausreichend.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx