SAP-Chef "Bedrohung ist groß genug"

Während in Berlin das Thema Onlinedurchsuchungen bei CDU und SPD weiterhin für schlechte Stimmung sorgt, spricht sich SAP-Chef Henning Kagermann für die umstrittenen Durchsuchungen aus.

Walldorf - SAP-Chef Henning Kagermann hat sich für Online-Durchsuchungen ausgesprochen. "Ich persönlich halte die potenziellen Bedrohungen für groß genug, dass ich meine Persönlichkeitsrechte ein wenig zurückstellen würde", zitiert der "Tagesspiegel" den Manager in einem Interview. Entscheidend sei die Kontrolle, um Missbrauch zu vermeiden.

In der "Neuen Presse" forderte derweil der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke erneut die Möglichkeit der Onlinedurchsuchungen. "Wenn man sich ansieht, wie sich der Terrorismus entwickelt hat, welchen technischen Vorsprung die Schwerstkriminellen inzwischen haben, dann wird klar, dass wir die Onlinedurchsuchung brauchen", sagte Ziercke. Der BKA-Chef betonte, die Durchsuchungen sollten "nicht schleppnetzartig durchgeführt werden". Dafür seien sie viel zu aufwendig. "Wir reden von vielleicht zehn bis 15 Maßnahmen im Bereich des Terrorismus pro Jahr", sagte er. Außerdem müsse erst ein Richter eine Anordnung treffen. "Es gibt also immer eine Kontrolle", betonte der BKA-Präsident.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Wochenende Innenminister Wolfgang Schäuble bei seinem Vorhaben, Internetdurchsuchungen zu ermöglichen, den Rücken gestärkt. Unterdessen zogen am Samstag 8000 bis 10.000 Menschen durch die Berliner Innenstadt, um gegen Online-Durchsuchungen und Datenspeicherung auf Vorrat zu demonstriert.

manager-magazin.de mit Material von ap

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