IT-Zufriedenheit Schlechte Noten vom Management

Während die Mehrheit der Mitarbeiter mit der IT-Abteilung in ihrem Unternehmen zufrieden ist, kommt vom mittleren Management harsche Kritik. Das ist das Ergebnis einer großangelegten Umfrage. Desaströse Noten gab es beim Thema IT-Sicherheit - und zwar unabhängig von der Position.
Von Christiane Pütter

Hamburg - Die IT-Abteilungen von Unternehmen sind besser als ihr Ruf. Das ist das zentrale Ergebnis einer Umfrage, die das IT-Entscheidermagazin CIO in Zusammenarbeit mit manager-magazin.de, der TU München und dem Beratungshaus BGM erstellt hat. In der Customer-Care-Umfrage 2007 wurden knapp 20.000 Beschäftigte zu ihrer Zufriedenheit mit der IT in ihrem Unternehmen befragt.

Mehr als acht von zehn Befragten geben an, mit den Leistungen der IT-Abteilung "zufrieden" bis "vollkommen zufrieden" zu sein. Auf einer Schulnotenskala von Eins bis Fünf wird den Informatikern damit eine 2,7 ins Zeugnis geschrieben.

Die erhobenen Daten verpassen der guten Laune jedes CIOs einen Reload. So stellen mehr als sieben von zehn Befragten klar: "Ich weiß, an wen ich mich wenden kann, wenn ich Fragen zum Thema IT habe". Und fast ebenso viele bestätigen: "Ich fühle mich mit meinen Anliegen von den Mitarbeitern unserer IT-Abteilung ernst genommen." Soviel zum Klischee vom muffeligen Nerd.

Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach wie vor eine Lücke zwischen den einzelnen Abteilungen und der Informatik klafft. Denn nur jeder Zweite sagt, dass die IT-Mitarbeiter Verständnis für die Anforderungen haben und die Geschäftsprozesse kennen. Etwa 17 Prozent monieren in diesem Punkt Probleme - für die Forscher ein Hinweis darauf, warum die IT firmenintern mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen hat.

Die Autoren der Studie haben sich genauer angesehen, wie die Anwender Hard- und Software beurteilen. Office-Anwendungen sind demnach beliebt, sie erreichen auf der Eins-bis-Fünf-Schulnotenskala einen Wert von 2,2. Business-Applikationen wie SAP kommen auf einen Schnitt von 2,6.

Dagegen erreichen mobile Lösungen (Einwahl ins Firmennetz bei Reisen) nur die Note 2,8. Bei der Hardware schneiden die Bildschirme mit dem Wert 2,3 am Besten ab, Drucker und Rechner beziehungsweise Laptops kommen jeweils auf 2,6.

Desaströse IT-Sicherheit

Desaströse IT-Sicherheit

Was die Drucker betrifft, scheint das jeder Alltagsrealität zu widersprechen. Die Autoren der Studie merken denn auch an, ihre verhältnismäßig gute Note korrespondiere nicht mit der kommunizierten Meinung der Mitarbeiter auf den Unternehmensfluren. Drucker, die nicht drucken, sind ein häufig beklagtes Übel, heißt es in der Studie.

Ein weiteres Ergebnis: Die Beurteilungen in Fragen der IT-Qualifizierung fallen durchweg schlechter aus als die Gesamtbeurteilung der IT. Den besten Wert erhält mit der Note 3,1 noch die Schulungsqualität, also Didaktik, Unterlagen oder ähnliches. Der Nutzen der Trainingsmaßnahmen wird mit 3,2 bewertet, das Angebot mit 3,3.

Wirklich kritisch wird es beim Thema IT-Sicherheit: Die Informationen und Schulungen dazu erhalten die den Autoren zufolge "desaströse" Note 3,4. Das passt mit den Ergebnissen der ebenfalls vom CIO-Magazin durchgeführten Studie über IT-Security zusammen. Die "Global Information Security Survey" hat auch in diesem Jahr ergeben, dass Mitarbeiter ein erheblich größeres Problem sind als Hacker.

Diese Ergebnisse sollen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Erfolgsbeitrag der IT durchaus anerkannt ist. Insgesamt 55 Prozent der Befragten halten den Beitrag der IT-Abteilung zum unternehmerischen Erfolg der Firma für hoch oder sehr hoch. Nur jeder Zehnte setzt ihn gering oder sehr gering an.

Auch dabei fallen die Umfrageteilnehmer des mittleren Managements negativ aus dem Rahmen. Wie schon bei anderen Fragen sprechen sie schlechtere Bewertungen aus als das obere Management und der Durchschnittsmitarbeiter. These der Studienverfasser: Das mittlere Management steht unter starkem Umsatzdruck und neidet es der IT, dass sie keine Gewinnziele zu erreichen braucht.

Fazit: CIOs sollten insbesondere für User aus dem mittleren Management ein offenes Ohr haben. Und: Es besteht dringender Bedarf an Qualifizierung, insbesondere an Sicherheitsschulungen.

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