E-Learning Damit lernen Sie richtig

Vokabeln büffeln in der Abendschule ist out. Wer seine Sprachkenntnisse auffrischen will, kann mit mobiler Lernsoftware auch im Park oder unterwegs üben. Stiftung Warentest hat die besten Englisch-Sprachkurse für den Computer getestet.

Berlin - Bei der "Interaktiven Sprachreise" von Digital Publishing geht es fast zu wie beim Privatunterricht: "Very good", lobt der virtuelle Tutor Tim begeistert, wenn sein Schüler den Lückentext fehlerfrei ausgefüllt hat. Bei korrekter Aussprache des "th" ertönt sogar: "You are a genious" (Du bist ein Genie). Manchen Nutzern machen solche ermutigenden Kommentare mehr Lust am Pauken - eine wichtige Voraussetzung für Selbstlernprogramme.

Die beste Lernsoftware bietet Auralog mit "Tell me more". Neben einem vielseitigen Lernprogramm enthält es viele originalsprachliche Filmausschnitte. Das bringt Abwechslung beim Üben. Das Geld in Höhe von 50 Euro ist hier sinnvoll investiert.

Mit ebenfalls gut gewählten Lerninhalten und ausgeklügelten didaktischen Methoden haben noch drei weitere Programme gepunktet: Ernst Kletts "Pons - Der große Aufbaukurs", die "Interaktive Sprachreise" von Digital Publishing sowie "Der Englisch-Kurs auf CD-Rom" von Langenscheid. Letzterer rutschte jedoch wegen schwieriger Installation und langer Wartezeiten ins Mittelfeld.

Besonders wichtig bei Sprachkursen am Computer sind Hör- und Leseverstehen, Sprechen und Schreiben. Der Kurs von Pons übt Hörverstehen so: Drei Personen unterhalten sich. Der Nutzer hört zu. Kaum ist das letzte Wort gesprochen, muss er Fragen zum Gespräch beantworten. Hatte Erin früher glattes oder lockiges Haar? Hat Andrew zugenommen oder ist er dünner geworden?

Um die Inhalte leicht zugänglich zu machen, verwenden gute Programme geschickte didaktische Methoden. Beispiel "Tell me more" von Auralog: Hier trainieren Nutzer ihren Wortschatz unter anderem mit Lückentexten und Kreuzworträtseln.

Der "Tulox Sprachtrainer" von Gekko, der inhaltlich gleiche "Lingomaxx" aus dem Trend-Verlag sowie der "Englisch-Sprachkurs" von Online Media World sind dagegen sehr sprachlastig. Sie üben nur mit virtuellen Karteikarten. Gesprächstraining für alltägliche oder berufliche Situationen kommt bei ihnen zu kurz.

Völlig am Ziel vorbei geht der "Small talk Englisch" von BHV Software. Der Kurs für Fortgeschrittene übt die Zahlen bis einhundert auf kindliche Weise in einem Bingospiel. Dabei gilt es, die Zahlen auf dem Bingozettel anzukreuzen. Das ist nicht nur langweilig. Es entspricht auch nicht der Zielgruppe. Das Stiftung-Warentest-Urteil lautet "mangelhaft".

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