Innovationen "Oft nicht schnell genug"

Nobelpreisträger Theodor Hänsch kritisiert deutsche Wissenschaftler. Zwar gebe es zahlreiche Erfinder, sagt der Direktor des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik, doch viele könnten sich nicht durchsetzen. Der Physiker fordert mehr Innovationen. Ansonsten sei Deutschlands wirtschaftliche Potenz gefährdet.

Hamburg - Deutschland brauche dringend einen "technologischen Innovationsschub", um auch in Zukunft mit anderen Nationen wirtschaftlich mithalten zu können. Diese Meinung vertritt der Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch im Gespräch mit manager magazin. Das vollständige Interview erscheint in der neuen Ausgabe, die ab Freitag (21. September) am Kiosk erhältlich ist.

"Die Zukunft einer modernen Industrienation liegt nicht im Herstellen von Waschmaschinen, Kühlschränken und ähnlichen Geräten mit altbewährter Technik." Er mache sich Sorgen um die "wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unseres Landes, um den Wohlstand seiner Bewohner".

Hänsch, Direktor des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik in Garching bei München, kritisierte insbesondere die deutschen Wissenschaftler. Zwar gebe es viele Erfinder im Land. "Aber sie finden oft nicht die richtigen Nischen, aus denen heraus sie sich etablieren könnten. Oder sie können sich nicht gut genug durchsetzen."

Was Deutschland fehle, seien junge Wissenschaftler, die aus den Universitäten heraus Hightech-Firmen gründeten. Eine solche "Kultur der Unternehmensausgründungen" sei "noch nicht weit genug verbreitet".

Die Konsequenz sei eine Langsamkeit bei der wirtschaftlichen Verwertung von Forschungsergebnissen, die man sich im beschleunigten internationalen Wettbewerb nicht mehr leisten könne. "Wir sind oft nicht schnell genug, zu unbeweglich beim Umgang mit technischen Neuerungen."