Asus U1F Notebook der Extreme

Seine Grundfläche ist kleiner als die eines DIN-A4-Bogens, sein Gewicht beträgt rund ein Kilogramm. Aber auch aus anderen Gründen ist das Klavierlack-Laptop Asus U1F ein Notebook der Extreme.

Hamburg - "Können wir nicht mal so eines als Redaktions-Notebook haben?" So lautete die spontane Reaktion eines Kollegen, als er das Asus U1F in die Hand nahm. Kein Wunder. Schließlich gehören unsere Reise-Laptops eher zur robusten Sorte und zerren schon nach einem kurzen Messerundgang schmerzhaft an den Schultern. Das U1F ist da anders.

Seine Grundfläche ist kleiner als die eines DIN-A4-Bogens, sein Gewicht beträgt gerade ein Kilogramm, nutzt man den Standardakku. Mit dem im Paket enthaltenen Zusatzakku sind es ein paar Gramm mehr. Aber genau das ist eine der großen Stärken des U1F: Es kommt inklusive allen wichtigen Zubehörs aus dem Laden.

In der schwarzen Umverpackung liegt nicht nur das Notebook selbst samt Netzteil und Zusatzakku. Auch einen externen DVD-Brenner und eine passend zum Notebook glänzend schwarz eingefärbte Logitech-Notebook-Maus findet sich dort. Für unterwegs liegt zudem eine exakt passende schwarze Ledertasche bei. Die ist zwar nicht sonderlich stabil, schützt den Laptop aber effektiv gegen Kratzer und andere Beschädigungen - und sieht schicker aus als Standard-Laptoptaschen.

Schön aber empfindlich

Den so gebotenen Transportschutz hat das Asus auch bitter nötig. Der Displaydeckel ist in einem hochglänzenden schwarzen Klavierlack-Look gehalten, quasi eine Einladung zum Zerkratzen. Zudem zieht der schwarze Lack Fingerabdrücke an wie ein Magnet Metallspäne. Es ist also nur konsequent, dass Asus auch ein Putztuch beilegt.

Ebenfalls schick und angenehm zugleich: Die Handballenauflage ist mit schwarzem Rindsleder überzogen. Das fühlt sich erheblich angenehmer an als das sonst übliche kalte Plastik. Darauf scheint man beim Hersteller sehr stolz zu sein und legt sogar einen Fetzen des verwendeten Leders bei, auf dem der Käufer noch mal darauf hingewiesen wird, was er sich da Tolles gekauft hat. Bestätigung muss sein.

Stromsparprozessor und Minimalgrafik

Stromsparprozessor und Minimalgrafik

Als Antrieb dient dem U1F ein Intel Dualcore-Prozessor in Stromspar-Ausführung. Der bietet mit seinen 1,06 Gigahertz Taktfrequenz zwar nur bescheidene Leistungswerte, geht dafür aber so sorgsam mit der investierten Energie um, dass er den Bau eines so flachen und leichten Laptops erst ermöglicht. Als Grafikkarte dient Intels GMA 950, die ebenfalls nicht gerade für Top-Performance bekannt, dafür aber genügsam ist.

Eine Wonne ist das Breitbild-Display mit der von HD-Ready-tauglichen Fernsehern gewohnten Auflösung von 1366 x 768 Bildpunkten. Das Bild ist hell und kontrastreich, die glänzende Oberfläche stört nur wenig. So viele Pixel auf einem Bildschirm von nur 11,1 Zoll Diagonale unterzubringen bedeutet allerdings auch, dass Schriften extrem klein dargestellt werden.

Für besondere Sicherheit sollen ein sogenanntes TPM-Modul (Trusted Platform Modul) und ein Fingerabdruckscanner sorgen. Über den kann der Laptop auch vor unbefugtem Zugriff gesichert werden. Im Test traten damit allerdings erhebliche Schwierigkeiten auf. Der Sensor hatte sichtlich Probleme, Fingerabdrücke zuverlässig zu erkennen. Möglicherweise sind die Finger der getesteten Redakteuren aber auch einfach zu groß für den winzigen Sensor.

Nicht zu groß waren besagte Finger jedoch für die Tastatur. Sie mussten sich nur ein wenig daran gewöhnen, dass die Tasten etwas kleiner sind und enger beisammen liegen.

Etwas klein geraten ist auch die seitlich angebrachte Taste zum Ein- beziehungsweise Ausschalten der drahtlosen Funktionen. Nur mit spitzem Finger lässt sie sich bedienen. Vor allem aber werden W-Lan und Bluetooth damit gleichzeitig deaktiviert. Das ist schade, denn so kann man die mitgelieferte Bluetooth-Maus nicht mehr nutzen, wenn man das W-Lan zum Strom sparen abschaltet.

Für Kabelverbindungen sind vier USB-Buchsen in die Seiten des Asus eingelassen. Firewire, Netzwerk, Modem sowie Mikrofon- und Lautsprecheranschlüsse komplettieren die Verbindungen zur Außenwelt. Für Erweiterungen steht ein Expresscard-Steckplatz bereit. Etwas überambitioniert geht der SD-Kartenleser zu Werke. Will man eine dort eingelegte Speicherkarte wiederhaben, wird er zum SD-Kartenwerfer. Im Test flogen unsere Speicherkarten bis zu einem Meter weit.

Zweitakku ist Pflicht für Mobileinsatz

Zweitakku ist Pflicht für Mobileinsatz

Ausgesprochen altmodisch wirkt der VGA-Anschluss für externe Monitore. Es ist vollkommen unverständlich, weshalb Asus, wie viele andere Hersteller auch, immer noch diesen längst veralteten Standard unterstützen. Hier sollte besser eine DVI-Buchse zum digitalen Anschluss an Monitore und Beamer stecken. Ungewöhnlich: über eine spezielle Mini-Steckdose versorgt das Notebook bei Bedarf auch den externen DVD-Brenner mit Saft.

Damit nicht genug frönt Asus einer Sitte, die sich bei etlichen Herstellern großer Beliebtheit erfreut. Bereits nach dem ersten Einschalten wird ein großer Teil der Taskleiste von kleinen Programmsymbolen bevölkert. Beim Testgerät etwa tummelten sich dort unten ohne viel Zutun rund 20 Symbole. Offenbar geht der Hersteller bei seinen Software-Beigaben nach dem Motto: "Viel hilft viel", vor. Das sorgt dafür, dass im Arbeitsspeicher des Geräts immer was los ist. Langeweile kommt da so schnell nicht auf, schon gar nicht für den Prozessor.

Von den 1,5 Gigabyte Arbeitsspeicher war rund die Hälfte vom Start weg durch die vielen kleinen Helferlein blockiert.

Bis zu sieben Stunden Akkulaufzeit verspricht der Hersteller für sein leichtes Schätzchen. In der Praxis konnten wir diesen Wert freilich nicht nachvollziehen. Beim Härtetest, dem parallelen Abspielen von zwei Filmen direkt von der Festplatte, schaltete sich das Notebook nach 63 Minuten selber ab. Der Standardakku mit drei Lithium-Ionen-Zellen war leer. Der mit doppelt so vielen Speicherelementen beladene Zusatzakku hingegen hielt mehr als doppelt so lange durch.

Das ist jedoch immer noch viel zu wenig. Selbst wenn man das Gerät weniger stark beansprucht und nur für Textverarbeitung oder E-Mails verwendet, dürften sieben Stunden Dauerbetrieb nur schwerlich und wenn überhaupt, dann nur unter Zuhilfenahme beider Akkus erreichbar sein - und dann hätte man wieder die Last, den zweiten Akku herumtragen zu müssen.

An 3D-Spiele ist nicht zu denken

Das Asus U1F ist in vielerlei Hinsicht extrem. Vor allem natürlich ist es extrem leicht. Das aber nur, wenn man gewisse Einschränkungen in Kauf nimmt, also das DVD-Laufwerk und den Zusatzakku zu Hause lässt. Außerdem ist es extrem gut ausgestattet.

Mit 1,5 Gigabyte Arbeitsspeicher, 100 Gigabyte Festplatte, hoher Display-Auflösung und dem vielen mitgelieferten Zubehör bleibt kaum ein Wunsch offen. Für ein gutes Sicherheitsgefühl sorgt die im Preis enthaltene Dreijahres-Garantie. Ein solches Komplettpaket zu einem Preis von knapp 1800 Euro kann man durchhaus als Schnäppchen bezeichnen.

Allerdings muss man dafür auch mit einigen Einschränkungen klar kommen. Da wäre zuerst die wenig beeindruckende Leistung. Während die für Büroaufgaben, Web-Surfen und derlei Dinge vollends ausreicht, sollte man an 3D-Spiele besser gar nicht erst denken. Dafür sind Prozessor und Grafiksystem deutlich zu schlapp. Wer sich von dieser eingeschränkten Daddelfähigkeit nicht gestört fühlt, kann hingegen bedenkenlos zugreifen.