SAP Teuer erkaufte Exklusivität

Die Übernahme des Vertriebspartners SAP Arabia soll den Walldorfer Softwarekonzern rund 200 Millionen Euro gekostet haben. Weil der Partner die SAP-Software im Nahen Osten noch jahrelang exklusiv vertreiben darf, musste SAP offenbar tiefer in die Tasche greifen als geplant.

Hamburg – Die Übernahme des langjährigen Exklusivpartners SAP Arabia kostete SAP  rund 200 Millionen Euro, berichtet die "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe) unter Berufung auf Unternehmenskreise. "Das lief total ungünstig für uns", habe ein hochrangiger Manager gesagt, der nicht namentlich genannt werden wollte.

SAP hatte in der vergangenen Woche angekündigt, das Lizenz- und Wartungsgeschäft von SAP Arabia zu übernehmen, dabei aber keinen Kaufpreis genannt. Der Betrag von rund 200 Millionen Euro gilt der Zeitung zufolge als ungewöhnlich hoch, weil das Geschäft im Nahen Osten mit einem geschätzten Jahresumsatz von rund 30 Millionen Euro relativ klein sei. "Das ist sicherlich ein überraschender Betrag", sagte Analyst Theo Kitz von der Privatbank Merck Finck der Zeitung.

Grund für den hohen Preis könnte der langjährige Exklusivvertrag mit SAP Arabia sein, der Anfang der 90er Jahre mit SAP abgeschlossen wurde. Dem Bericht zufolge kann SAP Arabia exklusiv die Software im Nahen Osten vertreiben und Kunden betreuen. Dem Walldorfer Konzern selbst seien in der Region die Hände gebunden gewesen, er habe sein Neukundengeschäft nur über SAP Arabia abwickeln können.

Dieser Vertrag solle erst im Jahr 2014 auslaufen. "Das man damals einen Vertrag mit einer solch langen Laufzeit abgeschlossen hat, war ein gravierender Fehler", habe ein Manager gesagt. "Aber man wollte vielleicht keine Risiken eingehen."

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx