Premiere Neue Fußball-Konkurrenz

Gerade erst hat Premiere seinen Bundesliga-Konkurrenten Arena in die Schranken verwiesen, da meldet sich schon der nächste potenzielle Wettbewerber. Der Rechtevermarkter Sportfive steigt ins Pay-TV-Geschäft ein und bekundet starkes Interesse an den Übertragungsrechten für die Fußballliga.

Hamburg - "Wir haben zehn Bundesligisten unter Vertrag und sind daran interessiert, etwas gegen die Monokultur in der deutschen Fernsehlandschaft zu tun", sagte Sportfive-Manager Lars Reckwitz am Mittwoch. "Deshalb ist es absolut klar, dass wir um die Fußballrechte mitbieten werden."

Nach dem Aus für Pay-TV-Neuling Arena hatte Platzhirsch Premiere  die bis 2009 laufenden Übertragungsrechte übernommen. Arena hatte Premiere bei der Versteigerung der Rechte Ende 2005 ausgestochen. Allerdings schaffte es die Unity-Media-Tochter nicht, genügend Kunden von Premiere abzuwerben, und verkaufte die Rechte kurz vor dem Start der aktuellen Saison wieder an Premiere. Nun scheint der Monopolist wieder einen neuen Konkurrenten zu bekommen. Die Ausschreibung um die neuen Übertragungsrechte beginnt noch in diesem Jahr.

Mit seinem Sender Sportdigital.TV steigt Sportfive im kommenden Monat direkt ins Fernsehgeschäft ein. Der über Satellit empfangbare Sender zeigt 150 Spiele der Handball-Bundesliga sowie mehr als 100 Basketball- und 100 Volleyball-Partien. Bisher waren die drei Sportarten nur über das Internet zu sehen.

Sportdigital.tv wird die Spiele der drei Ligen über die Satellitenplattform des Unternehmens Entavio übertragen. Dazu benötigen Zuschauer eine Satellitenschüssel und einen speziellen Receiver. Das Abonnement soll monatlich 9,99 Euro bei einer Mindestlaufzeit von zwölf Monaten kosten.

Premiere reagierte gelassen auf die Ankündigungen. "Das ist ein sehr, sehr ambitioniertes Unterfangen", sagte Premiere-Vorstandsmitglied Carsten Schmidt. Der Kundenkreis für die drei Sportarten sei begrenzt. Premiere hat sich aus der Basketball-Berichterstattung wegen mangelnder Nachfrage zurückgezogen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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