Zubehör Handgreiflichkeit für Handys

"SMSen, bis der Arzt kommt" - mancher denkt an diesen Werbespruch, während er an seinem Hightech-Handy eine E-Mail schreibt. Wem die direkte Texteingabe zu fummelig erscheint, dem könnte eine externe Tastatur helfen - mit Funk, im Westentaschenformat, oder per Laser.

Stuttgart/Berlin - Das Handy ist zu unserem ständigen Begleiter geworden. Wir telefonieren im Zug, im Auto, im Wald auf dem Hochsitz - überall dort, wo es eine Netzverbindung gibt. Das Prinzip ist simpel, Nummer wählen und drauflos reden.

Ein größeres Hindernis kann es bereiten, wenn es darum geht, Texte einzugeben. Was auf einem Handy - trotz Eingabehilfe - zur Quälerei werden kann, weil die Tasten zu klein sind, ist bei einem PDA oder Smartphone mit Stifteingabe bereits einfacher konzipiert. Doch auch hier scheitert manch Nutzer kläglich. Zusätzliche Tastaturen, die sich mit Handhelds oder Smartphones verbinden lassen, können da Abhilfe schaffen.

Das Angebot der Minitastaturen ist recht übersichtlich. Es gibt kleine, die etwa 80 Gramm auf die Waage bringen. "Da kann man gerade einmal mit zwei Fingern tippen", erklärt Markus Eckstein, Redakteur der Zeitschrift "Connect" in Stuttgart. Und dann gibt es größere Tastaturen, meist zusammenklappbar und dann so groß wie eine Geldbörse, die mehr Komfort bieten: Auf ihnen kann das Zehn-Finger-System zum Zug kommen, mit ihnen kann der Nutzer durch das Menü des Handys oder PDA navigieren.

Die Koppelung an ein Handy oder PDA funktioniert entweder über das HID-Profil oder über eine Bluetooth-Verbindung. "Im ersten Fall ist alles eine Frage der Software", sagt Eckstein. Bevor der Verbraucher eine Minitastatur kauft, sollte er sich erkundigen, ob der Tastaturhersteller einen passenden Treiber anbietet.

Zum komfortablen Arbeiten bedarf es einer flachen Unterlage. Sonst laufen viele Tastaturen Gefahr, hin und her zu rutschen. "Und das kann nervig sein", sagt Stefan Adolf, Chefredakteur von "AreaMobile", einem Online-Magazin für mobile Endgeräte aus Berlin. Daher ist sein Favorit die Lasertastatur. Sie wird auf eine glatte Oberfläche projiziert, der Nutzer tippt auf die abgebildeten Tasten auf der Tischplatte, dadurch werden seine Aktionen per Sensor wahrgenommen und registriert. Der Sensor gibt den Tastendruck an den PDA oder das Smartphone weiter. Die Anschlaggeschwindigkeit "ist völlig einwandfrei", so Adolf.

Saftige Preise

Saftige Preise

Einen Haken haben diese Tastaturen allerdings: Wer es gewohnt ist, mit zehn Fingern zu tippen, muss sich umstellen, denn er darf die Finger nicht locker auf die Tasten legen. Diese haben keinen Druckpunkt. Sie lösen aus, sobald sich ein Finger auf wenige Millimeter nähert. Die untätigen Finger müssen also immer in gebührendem Abstand in der Luft gehalten werden. "Ich als Endverbraucher fände eine Lasertastatur nicht so komfortabel", erklärt Michaela Borsje vom Handy-Hersteller Nokia in Düsseldorf. Ein weiterer Nachteil ist, dass je nach Tischunterlage die projizierte Tastatur verzerrt dargestellt werden kann. Direkt in der Sonne lässt sich oft nicht arbeiten, die Tasten sind nicht zu erkennen.

Die Preise für externe Tastaturen bezeichnet Eckstein als "saftig". Zwischen 70 und 130 Euro kosten sie. Zweckmäßig sind solche Geräte für denjenigen, der viel unterwegs ist und sein Laptop zuhause lassen will. Das spart Gewicht und Platz. "Wer vier Stunden im Zug sitzt und in dieser Zeit nur ein paar Mal eine kürzere Nachricht schreiben und verschicken will, für den ist so ein Gerät nicht sinnvoll", sagt Eckstein. Für lange Texte oder die Verwendung von Tabellenkalkulationen eignet sich die Minitastatur nicht. "Das macht man dann lieber am PC", sagt Adolf.

Der Trend zur mobilen E-Mail, da ist sich Michaela Borsje von Nokia sicher, geht weiter. Dennoch ist und wird die Funktastatur ein Nischenprodukt bleiben. "Gerade bei Geschäftskunden sehen wir aber ein konstant großes Interesse an diesem Produkt", sagt Borsje.

Wer unterwegs sein und schnell eine Nachricht lesen oder schreiben will, für den könnte solch ein externer Helfer nützlich sein. Wer hingegen viel schreiben muss und dabei Komfort schätzt, der sollte weiterhin ein Laptop im Handgepäck behalten.

Stefanie Zenke, dpa