Motorola Jobverlagerung kostet Millionen

Der Arbeitsplatzabbau bei Motorola in Flensburg wird teuer für den Steuerzahler. Mehrere Millionen Euro Transferzahlungen plant die Bundesagentur für Arbeit ein, um die Verlagerung der Logistiksparte abzufedern.

Flensburg - Die Bundesagentur für Arbeit kalkuliert insgesamt neun Millionen Euro Transferleistungen für die 650 von Entlassung bedrohten Motorola-Mitarbeiter in Flensburg ein. Das berichteten am Dienstag der schleswig-holsteinische Arbeitsminister Uwe Döring (SPD) und der Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Jürgen Goecke, nach Gesprächen in der Stadt. Beide sind optimistisch, einen erheblichen Teil der Mitarbeiter wieder in Arbeit zu bringen, da die Motorola-Entscheidung in eine Aufschwungphase falle.

Motorola  hatte vor kurzem bekanntgegeben, die Logistiksparte für Europa zum kanadischen Unternehmen Cinram nach Alsdorf bei Aachen (Nordrhein-Westfalen) zu verlagern. Hiervon sind in Flensburg rund 650 Arbeitsplätze betroffen. Für alle Mitarbeiter, die nicht an den neuen Standort wechseln wollen, greift ein Sozialplan, der schon im April bei der Schließung der UMTS-Fertigung in Flensburg ausgehandelt worden war. Danach werden die Mitarbeiter für zwölf Monate in einer Transfergesellschaft beschäftigt und erhalten zudem eine Abfindung.

Motorola ist seit 1986 in Flensburg und baute dort 1998 für 100 Millionen Euro das modernste Handywerk Europas. Mit dem Ende der Logistiksparte und der Verlagerung der gesamten Handyherstellung nach Asien bleiben von ehemals 3000 Mitarbeitern nur noch 200 in der Fördestadt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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