SAP/Oracle Neuer Duelltermin

Im Streit um die Industriespionageaffäre zwischen den Softwarehäusern SAP und Oracle gibt es einen neuen Gerichtstermin. Das Walldorfer Softwarehaus strebt weiterhin eine außergerichtliche Einigung an.

San Francisco/Walldorf - Das Treffen der Kontrahenten vor einem Gericht in San Francisco sei für den 18. September angesetzt worden, sagte eine Sprecherin von SAP  am Montag in Walldorf. Ein bereits angesetzter Termin war wegen einer Erkrankung des Richters verlegt worden.

Der US-Konzern wirft dem deutschen Weltmarktführer für Unternehmenssoftware vor, sich wiederholt unerlaubt Zugang zu einer Kundenbetreuungs-Website von Oracle  verschafft und von dort Software sowie Dokumentationen heruntergeladen zu haben.

Bei dem neuen Treffen handelt es sich um ein Vorgespräch für den eigentlichen Prozess. Richter und Anwälte wollen dabei die Termine für die Verhandlungstage und weitere Formalien abklären. Auch soll beraten werden, ob der vom SAP-Erzrivalen Oracle angestrengte Prozess außergerichtlich beigelegt werden kann.

SAP strebt außergerichtliche Einigung an

Die bei dem Gericht eingereichte Klage lautet auf Diebstahl geistigen Eigentums. SAP-Vorstandschef Henning Kagermann hatte Anfang August eingeräumt, dass eine US-Tochter von SAP einige Daten aus Oracle-Datenbanken heruntergeladen habe. Die Vorwürfe der Industriespionage hatte Kagermann aber vehement zurückgewiesen.

Der Walldorfer Dax-Konzern will den Konflikt außergerichtlich beilegen. SAP schlägt vor, dass alle Parteien innerhalb der kommenden Monate zu einer Schlichtung unter Leitung eines aktiven oder pensionierten Richters geladen werden. Der US-Konzern hat sich bislang nicht zu dieser Option geäußert. Die Schlichtung hat mit dem eigentlichen Prozess zunächst nichts zu tun.

SAP und Oracle stehen seit Jahren in einem erbitterten Wettbewerb im Markt für Unternehmenssoftware. Während der deutsche Konzern auf Wachstum aus eigener Kraft setzt, verfolgt Oracle-Chef Larry Ellison eine aggressive Einkaufspolitik. Um SAP von seiner Spitzenposition zu verdrängen, hat der Datenbankspezialist in den vergangenen drei Jahren mehr als 25 Milliarden Dollar für zahlreiche Unternehmenssoftware-Firmen aufgewendet.

manager-magazin.de mit Material von dpa