Intel/AMD Wettkampf der Vierkerner

Der Wettbewerb im Chipmarkt gewinnt an Schärfe. Branchenprimus Intel hat seine Umsatzerwartungen nach oben korrigiert. Verfolger AMD stellte seine neuen Vierkernprozessoren vor.

New York/Barcelona - Der weltgrößte Chiphersteller Intel  hat seine Umsatzerwartungen für das laufende Quartal nach oben geschraubt. Zur Begründung verwies der US-Konzern am Montag auf eine überraschend stark steigende Nachfrage weltweit. Intel rechnet nun mit Erlösen von 9,4 bis 9,8 Milliarden Dollar.

Bislang hatte der Marktführer 9,0 bis 9,6 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Nach der Prognoseanhebung legten Intel-Aktien um 0,6 Prozent zu und zogen zu Handelsbeginn auch die gesamte Wall Street nach oben. Besonders die Papiere anderer Halbleiterhersteller wie AMD  oder Infineon  reagierten mit Kursgewinnen. Auch die Bruttoumsatzrendite werde in der oberen Hälfte der bisherigen Prognose von "52 Prozent plus/minus einige Punkte" liegen, kündigte Intel an.

Der Konzern hatte sich gegenüber seinem schärfsten Prozessorkonkurrenten AMD jüngst einen Vorsprung verschafft. Der Branchengigant bot im PC-Massenmarkt schnellere Prozessoren mit vier Rechenkernen an und jagte so dem Rivalen Marktanteile ab. Doch AMD lässt sich nicht abhängen.

Mit einer Verspätung von rund einem halben Jahr hat AMD am Montag seine neuen "Barcelona"-Prozessoren mit vier Kernen vorgestellt. "Das ist einer der großen Meilensteine in der Entwicklung von Mikroprozessoren", sagte AMD-Chef Hector Ruiz in Barcelona. AMD habe erneut die Erwartungen für Standardcomputer in der Industrie erhöht.

Die neuen Chips der "Opteron"-Reihe für Server seien dank spezieller Technologien besonders energiesparend, hätten aber an Leistung deutlich zugelegt. Die Reaktionen erster Kunden seien "extrem positiv" gewesen. In großen Serveranlagen sollen die Vierkernprozessoren problemlos mit Zweikernchips zusammenarbeiten, sodass sich die Anlagen einfach nachrüsten lassen.

Intel hatte seine ersten Vierkernprozessoren bereits Ende vergangenen Jahres vorgestellt. Intels Chips bestehen allerdings aus zwei Doppelkernen, AMD brachte in den neuen Prozessoren vier einzelne Kerne unter. Bei speziellen Anwendungen soll diese Architektur für noch mehr Rechenleistung sorgen. Bereits bei den ersten Doppelkernchips hatten sich die Rivalen einen Wettlauf geliefert.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters