SAP/Oracle Verschobener Showdown

Immer, wenn es spannend wird: Der Rechtsstreit zwischen den Softwarekonzernen Oracle und SAP ist längst zum Krimi geworden. Als gestern Nacht mitteleuropäischer Zeit die entscheidende Phase eingeleitet werden sollte, kam es wie so oft zu einer Unterbrechung.

Frankfurt am Main - Das ursprünglich für Dienstagnachmittag (Ortszeit) angesetzte erste Aufeinandertreffen des deutschen Softwareanbieters SAP  und seines US-Konkurrenten Oracle  vor einem Gericht in San Francisco ist auf den 11. September verschoben worden. Dem zuständigen Richter gehe es nicht gut, sagte ein SAP-Sprecher am Mittwoch. Das Unternehmen sei kurzfristig von der Verlegung unterrichtet worden; das neue Datum sei auch noch nicht endgültig.

Bei dem Termin handelt es sich um ein Vorgespräch für den eigentlichen Prozess, bei dem Richter und Anwälte die Termine für die Verhandlungstage und weitere Formalien abklären. Auch soll beraten werden, ob der vom SAP-Erzrivalen Oracle angestrengte Prozess außergerichtlich beigelegt werden kann.

Der US-Konzern wirft dem deutschen Weltmarktführer für Unternehmenssoftware vor, sich wiederholt unerlaubt Zugang zu einer Kundenbetreuungs-Website Oracles verschafft und von dort Software sowie Dokumentationen heruntergeladen zu haben. Die bei dem Gericht eingereichte Klage lautet auf Diebstahl geistigen Eigentums.

SAP will Konflikt außergerichtlich beilegen

SAP-Vorstandschef Henning Kagermann hatte den unerlaubten Zugang zu Oracle-Datenbanken Anfang August eingeräumt, die Industriespionagevorwürfe aber vehement zurückgewiesen.

Der Walldorfer Dax-Konzern will den Konflikt außergerichtlich beilegen. SAP schlägt vor, dass alle Parteien innerhalb der kommenden Monate zu einer Schlichtung unter Leitung eines aktiven oder pensionierten Richters geladen werden. Der US-Konzern hat sich bislang nicht zu dieser Option geäußert. Die Schlichtung hat mit dem eigentlichen Prozess zunächst einmal nichts zu tun.

SAP und Oracle stehen seit Jahren in einem erbitterten Wettbewerb im Markt für Unternehmenssoftware. Während der deutsche Konzern auf Wachstum aus eigener Kraft setzt, verfolgt Oracle-Chef Larry Ellison eine aggressive Einkaufspolitik. Um SAP von seiner Spitzenposition zu verdrängen, hat der Datenbankspezialist in den vergangenen drei Jahren mehr als 25 Milliarden Dollar für zahlreiche Unternehmenssoftware-Firmen aufgewendet.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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