Umbau Bertelsmann filetiert Clubsparte

Jetzt ist es offiziell: Der Bertelsmann-Konzern spaltet seine Clubsparte Direct Group auf. Der bisherige Chef des Bereichs, Ewald Walgenbach, übergibt die Geschäfte in Europa und Asien an den Spanier Fernando Carro.

Gütersloh - Das Direct-Group-Geschäft in Europa und Asien werde künftig getrennt vom Geschäft in Nordamerika geführt, teilte Bertelsmann am Montag mit. Ersteres führe den Namen Direct Group weiter, letzteres werde in Bertelsmann Direct North America umgetauft.

An die Spitze der verbleibenden Direct Group rückt Fernando Carro, der direkt an den Bertelsmann-Vorstandsvorsitzenden berichtet. Dagegen wird sein nordamerikanischer Gegenpart Stuart Goldfarb dem Vorstandsmitglied Peter Olson unterstellt, der die in den USA ansässige Buchverlagssparte Random House verantwortet. Von der Neuordnung verspricht sich das Unternehmen, die Club-, Buchhandels- und Internetaktivitäten noch enger verzahnen zu können.

In den USA hat sich die Direct Group jüngst mit dem Kauf von Columbia House zum nach eigenen Angaben führenden Musik- und DVD-Direktvermarkter entwickelt. Zur US-Sparte gehört seit kurzem auch der Buchclub Bookspan.

Sorgenkind des Konzerns

Mit der Aufspaltung verliert die Direct Group ihren direkten Vertreter im Bertelsmann-Vorstand. Dort sitzt noch als Chef der Sparte Ewald Walgenbach, der den Konzern allerdings Ende des Jahres verlässt und zum Investmentunternehmen BC Partners wechselt, wie manager magazin bereits exklusiv berichtete. Dies hatte zu Spekulationen über die Zukunft der Direct Group geführt.

Die Direct Group galt lange Zeit als Sorgenkind innerhalb des Konzerns. Mit dem Wechsel von Walgenbach an die Spartenspitze kam das Unternehmen mit derzeit 35 Millionen Mitgliedern und 15.000 Mitarbeitern in aller Welt 2003 wieder aus den roten Zahlen. Im vergangenen Jahr trug die Direct Group bei einem Umsatz von 2,7 Milliarden Euro mit 110 Millionen Euro zum operativen Konzernergebnis bei.

Die Idee des Buchclubgeschäft gilt als entscheidend für den Wiederaufbau von Bertelsmann nach dem Zweiten Weltkrieg und damit als Keimzelle für den Medienkonzern. Konzernchef Gunter Thielen hatte die Clubs erst im Juli als "Kerngeschäft" bezeichnet. Die Direct Group in neuer Aufstellung ist mit ihren Medienclubs und Buchhandlungen in 23 Ländern präsent und verfügt über 800 Filialen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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