Bundesliga Sägen am Sportschau-Thron

Seit langem ist die ARD-Sportschau ein Dorn im Auge des Bezahlsenders Premiere. Die frühe Berichterstattung über die Fußball-Bundesliga mindert die Exklusivität des Premiere-Angebots. Nun hat die DFL eine Verschiebung der Sendezeit nicht mehr ausgeschlossen – dafür soll aber auch der Preis für die Übertragungsrechte steigen.

Frankfurt am Main – Die ARD-Sportschau stehe "nicht unter Naturschutz", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). Ein späterer Sendezeitpunkt sei nicht auszuschließen.

Seifert wies aber auch darauf hin, dass er in diesem Zusammenhang bei der kommenden Vermarktung von einem Einnahmenwachstum ausgeht. "Eines ist klar: Je später die Sportschau ausgestrahlt werden soll, desto teurer werden die Liverechte an der Bundesliga", so der Geschäftsführer. Exklusivität sei nun mal das teuerste Gut im Fernsehgeschäft

Bei der letzten Vergabe hatte die Organisation der 36 Proficlubs in Deutschland für die drei Spielzeiten 2006/2007 bis 2008/2009 nach eigenen Angaben 1,26 Milliarden Euro eingenommen. Die neue Ausschreibung für die Spielzeiten 2009/2010 bis 2011/2012 soll im November beginnen.

Premiere will TV- und Internetrechte

Bei der letzten Vergaberunde Ende 2005 hatte der zum Kabelkonzern Unity Media gehörende Bezahlsender Arena überraschend das Rennen gegen den Platzhirsch Premiere  gemacht. Mittlerweile hat Arena aber das Handtuch geworfen und die Rechte wieder an Premiere abgegeben. "Die neuen Rahmenbedingungen machen das Leben nicht einfacher", sagte Seifert.

Premiere hat sich bereits auf gestiegene Programmkosten eingestellt und plant eine Kapitalerhöhung von bis zu 250 Millionen Euro für den neuen Poker um die Fußballrechte. Neben den Fernsehrechten wollen sich die Münchener aber auch um die Internetrechte bemühen, die momentan noch bei der Deutschen Telekom  liegen. Deren Internetfernsehen (IPTV) hat bislang aber kaum Kunden.

Die DFL will Premiere die Liverechte im Fernsehen und Internet jedoch nicht allein überlassen. Sie setze bei Online auf die weitere Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom. Die Bundesliga sei deshalb der Telekom so treu, weil ein Mangel an verlässlichen Partnern herrsche. "Im deutschen Medienmarkt fehlen strategische Partner. Das macht Partner wie die Telekom so wichtig.

Sie hat hinsichtlich Kooperationen und Innovationen einen langen Atem", sagte Seifert dem Blatt. Bei der Rechtevergabe werde nicht nur der Preis für die gebotenen Rechte entscheidend sein, sondern auch der strategische Wert einer auf viele Jahre angelegten Kooperation.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa-afx

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