Infodienste Erst die Kosten, dann die Auskunft

Der Gesetzgeber hat die Transparenz für die Verbraucher bei sogenannten Infodiensten in der Telekommunikation erhöht. Ab Samstag müssen Telekom und Co. deutlich stärker auf die Preise für Telefonauskunft, 0900-Nummern und SMS-Infodienste hinweisen.

Berlin – Ab dem 1. September gelten neue Regeln für Infodienste in der Telekommunikation. Darauf wies der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) hin.

Bei telefonischen Auskunftsdiensten beispielsweise werden die Kosten künftig nicht nur in der Werbung genannt, sondern ab zwei Euro pro Minute zu Gesprächsbeginn nochmals angesagt. Das trifft auf Nummern zu, die mit 118 oder 012 beginnen, sowie auf manche Mobilfunk-Sprachdienste. Auch bei zeitunabhängigen Tarifen ab zwei Euro werden die Kosten am Anfang der Verbindung angesagt. Für Hotlines, die mit 0180 beginnen, gilt die Ansagepflicht nicht. Sie kosten höchstens 20 Cent pro Minute aus dem Telekom-Festnetz. In Werbematerialien muss aber auch bei solchen Nummern der Tarif zwingend genannt werden, wie es in der Praxis bereits seit langem üblich ist.

Für SMS-Infodienste gelten künftig ähnliche Pflichten wie für die Telefonauskunft. Ab zwei Euro muss der Preis in einer vorgeschalteten Textnachricht angezeigt werden. Diese muss zudem von dem Nutzer bestätigt werden

Bei Premiumdiensten mit 0900-Nummern gilt ein Höchstpreis von drei Euro pro Minute, wobei die Verbindung nach einer Stunde zwangsweise getrennt wird. Bei einem zeitunabhängigen Tarif darf der Service maximal 30 Euro kosten. 0900er-Nummern werden unter anderem für Börsenservices, Rechtsberatung und zur Abrechnung im Internet genutzt.

Ab dem 1. September gelten auch die neuen EU-Regeln zum Telefonieren im Ausland. Sie sehen vor, dass abgehende Telefonate maximal 58 Cent und ankommende Gespräche bis zu 29 Cent kosten dürfen. Die meisten Kunden wurden bereits automatisch auf die neuen Tarife umgestellt.

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