Umbau Bertelsmann räumt auf

Europas größter Medienkonzern Bertelsmann steht offenbar vor einem gravierenden Umbau. Die Konzernsparte Direct Group, die von Kritikern als Gemischtwarenladen empfunden wird, soll einem Zeitungsbericht zufolge zerschlagen werden.

Düsseldorf – Die Bertelsmann-Sparte Direct Group mit seinen Buch-, Musik- und DVD-Clubs sowie Buchhandlungen in 24 Ländern solle zerlegt werden, berichtet das "Handelsblatt" (Mittwochausgabe) unter Berufung auf Vorstandskreise. Ein Bertelsmann-Sprecher wollte gegenüber manager-magazin.de keinen Kommentar abgeben.

Auf der Vorstandssitzung an diesem Mittwoch solle bereits über die Neuordnung des Bereichs mit einem Jahresumsatz von zuletzt 2,7 Milliarden Euro diskutiert werden. Am Freitag treffe sich der Aufsichtsrat. Vorstandschef Gunter Thielen und sein Nachfolger Hartmut Ostrowski trieben den Umbau massiv voran. Die neue Strategie für den Konzern würde Mitte Dezember vorgestellt werden.

Nutznießer der Neuordnungen könnte laut Zeitung insbesondere der Mediendienstleister Arvato sein, zu dem beispielsweise die Buchlogistiktochter Vereinigte Verlags-Auslieferung gehört. Die verlegerischen Aktivitäten der Direct Group könnte die Buchtochter Random House übernehmen. Zuletzt machte die Direct Group durch die Komplettübernahme des US-Buchclubs Bookspan zum Preis von 150 Millionen Dollar Schlagzeilen.

Der Zeitung zufolge hat die Sparte Direct Group, die von vielen im Konzern als Gemischtwarenladen empfunden wird, schon bald keine Lobby mehr. Grund ist der Wechsel des bisherigen Direct-Group-Chefs Ewald Walgenbach zum Finanzinvestor BC Partners zum Ende des Jahres, über den das manager magazin vorab berichtete. Einen Nachfolger des Managers hat Bertelsmann bislang nicht präsentiert. Darüber werde "zu gegebener Zeit entschieden", bekräftigte der Sprecher.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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