Versatel Jahresziele gesenkt

Der anhaltende Preiskampf auf dem DSL-Markt macht dem Telekommunikationsanbieter Versatel zunehmend zu schaffen. Nun schraubt das Unternehmen seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr nach unten. Der Aktienkurs geht in die Knie.

Frankfurt - Das Unternehmen kündigte an, auf Grund des schärfer werdenden Wettbewerbsdrucks werde der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr geringer ausfallen als angenommen. Versatel  hatte kürzlich seine Tarife für DSL-Anschlüsse gesenkt und war damit der Konkurrenz gefolgt.

Versatel peilt nunmehr für 2007 einen Umsatz von 680 bis 700 Millionen Euro an. Ebenso werde die in Aussicht gestellte leichte Steigerung der Umsatzrendite vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda-Marge) nicht mehr erreicht werden. "Versatel erwartet aus heutiger Sicht vielmehr im Vorjahresvergleich einen Rückgang", hieß es.

An der Börse trennten sich die Anleger daraufhin reihenweise von ihren Versatel-Papieren. Die Aktie sackte zeitweise um bis zu 20,98 Prozent auf 11,60 Euro.

Im ersten Halbjahr kletterte der Umsatz vor allem dank des Zusammenschlusses mit der Firma Tropolys um knapp 38 Prozent auf 337,7 Millionen Euro. Das bereinigte Ebitda legte um knapp 18 Millionen Euro auf 92,8 Millionen Euro zu. Im zweiten Quartal schrumpfte die Ergebniszahl jedoch leicht auf 38,7 Millionen Euro.

Kein Licht am Ende des Tunnels

Marktteilnehmer quittierten den "sehr schwachen Quartalsbericht" einmütig mit Kopfschütteln. So sprach ein Börsianer von Zahlen, die durch die Bank die Erwartungen ganz klar verfehlt hätten. "Es gibt kein Licht am Ende des Tunnels", so der Händler mit Blick auf die obendrein deutlich nach unten revidierte Umsatz- und Gewinnschätzung für das Gesamtjahr.

Ein Analyst schloss sich der negativen Einschätzung an: "Die Quartalsergebnisse und die neue Jahresprognose sind absolut unterirdisch", so der Experte deutlich. "Die Zahlen sind so schlecht, dass der Finanzvorstand es zum Zeitpunkt der bisherigen Zielvorgabe eigentlich gewusst haben müsste". Ein "Hoffnungsschimmer" seien allein die Zuwächse im DSL-Bereich, auch wenn diese von massiver Migration von ISDN-Kunden profitiert hätten, fügte der Analyst an.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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