Yahoo/Microsoft Chinas treue Genossen

Internetkonzerne wie Yahoo und Microsoft haben sich der Regierung in China weiter unterworfen. Kurz vor dem Parteitag der Kommunistischen Partei fordert das Regime die Einhaltung "politischer Benimmregeln" von den Unternehmen. Damit ist nun unter anderem die Anonymität von Blog-Schreibern in Gefahr.

Peking – Internationale Internetanbieter wie Yahoo  und Microsoft  hätten nationalen politischen Benimmregeln zugestimmt, teilte die staatliche chinesische Internetgesellschaft mit. Die Unternehmen verpflichteten sich dazu, in ihren Blogs auf die Einhaltung chinesischer Gesetze zu achten und keine illegalen oder falschen Botschaften zu veröffentlichen.

Den Regeln zufolge müssen die Betreiber der Internettagebücher (Blogs) unter anderem die Identität der Autoren preisgeben. Damit sollen die Interessen des chinesischen Staates geschützt werden.

Yahoo bestätigte die Unterzeichnung des sogenannten Code of Conducts, fügte aber hinzu, dass der chinesische Partner Alibaba für die Entscheidung verantwortlich sei. Der Konzern hatte im Jahr 2005 auf dem chinesischen Markt kapituliert und seine Aktivitäten an den Internetkonzern übergeben. Dafür erhielt Yahoo 35 Prozent der Anteile an dem Unternehmen. "Alibaba hat die betriebliche Kontrolle und trifft im Tagesgeschäft die Entscheidungen", erklärte ein Sprecher von Yahoo Europe gegenüber manager-magazin.de. Von Microsoft war bisher keine Stellungnahme zu erhalten.

Der Internetkonzern Google  wiederum ist von dem Pakt nicht betroffen, weil er entsprechende Dienste in China gar nicht anbietet. "Wir betreiben ganz bewusst keinen E-Mail-Service oder Blog-Dienst in China, weil wir mit solchen Einschränkungen gerechnet haben", sagt Google-Sprecher Stefan Keuchel gegenüber manager-magazin.de.

Yahoo ist ebenso wie Google schon häufig kritisiert worden, weil die Unternehmen in China nur eine zensierte Version ihrer Suchmaschinen im Internet zur Verfügung stellen. Die Regierung will damit verhindern, dass Nutzer regimekritische Seiten oder Angebote von Menschenrechtsorganisationen aufrufen. Yahoo soll nach Informationen der Organisation Reporter ohne Grenzen sogar in mehreren Fällen durch die Weitergabe von Kundendaten zur Verhaftung regimekritischer Internetnutzer beigetragen haben.

manager-magazin.de