Freenet Drillisch legt nach

Drillisch lässt keine Gelegenheit aus, das Freenet-Management zu kritisieren - freilich nur aus Liebe zum Unternehmen. Die geht bei dem hessischen Mobilfunkdienstleister inzwischen 28 Prozent weit. Auf diesen Wert erhöht Drillisch gerade seinen Freenet-Anteil.

Hamburg - Der Mobilfunkdienstleister Drillisch  hat seinen Anteil an dem Konkurrenten Freenet  auf mehr als 28 Prozent aufgestockt. Mit der Berliner Beteiligungsgesellschaft Vatas sei der Kauf von knapp 18,5 Prozent der Freenet-Aktien vereinbart worden, teilte Drillisch am Mittwoch mit.

Dadurch steige der Anteil an dem Hamburger Mobilfunk- und Internetanbieter auf 28,56 Prozent. Drillisch war zuletzt mit gut zehn Prozent an Freenet beteiligt und hatte sich für eine Zerschlagung seines Konkurrenten eingesetzt. Vatas war mit knapp 19 Prozent bisher der größte Aktionär von Freenet.

Drillisch und das Freenet-Management stehen seit geraumer Zeit miteinander auf Kriegsfuß. So hatte Drillisch auf der Freenet-Hauptversammlung Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung verweigert. Das Unternehmen hatte das vom Aufsichtsrat der Freenet AG verabschiedete Aktienprogramm für das Management kritisiert und eine Reihe von "Unklarheiten" im Jahresabschluss des Hamburger Internet- und Mobilfunkunternehmens bemängelt.

Der Mobilfunkanbieter aus Maintal bei Frankfurt hat sich für eine Aufspaltung des TecDax-Unternehmens ausgesprochen, die der Vorstand jedoch ablehnt. Außerdem hat Drillisch die Arbeit des Freenet-Vorsitzenden Eckhard Spoerr zuletzt massiv kritisiert.

Zum Einstieg bei Freenet vor einem Jahr hatte Drillisch einen Zusammenschluss aller vier großen deutschen Mobilfunkdienstleister angeregt. In der Branche war spekuliert worden, dass Drillisch in erster Linie darauf abzielte, von der größeren Freenet übernommen zu werden, was Spoerr abgelehnt hatte.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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