ProSiebenSat.1 Sat.1 verhagelt die Bilanz

Das zweite Quartal verlief bei der Sendergruppe ProSiebenSat.1 eher durchwachsen. Sat.1 kämpfte mit sinkenden Einschaltquoten und von den guten Geschäften bei der gerade übernommenen TV-Gruppe SBS konnte der Konzern auch noch nicht profitieren.

München - Der Vorsteuergewinn sei im zweiten Quartal um fünf Prozent auf 143,6 Millionen Euro gestiegen, teilte ProSiebenSat.1  am Mittwoch mit. Der Umsatz stagnierte dagegen bei knapp 552 Millionen Euro.

Vor allem der unter sinkenden Einschaltquoten leidende Sender Sat.1 vermieste die Bilanz. Hier gingen die Erlöse um 9 Prozent auf rund 210 Millionen Euro zurück. Der Vorsteuergewinn brach um 13 Prozent auf gut 56 Millionen Euro ein.

"Das Management hat das Ziel, die Leistung des Senders durch intensive Programmarbeit zu steigern und durch Investitionen in die Programmqualität wieder mehr Zuschauernähe zu gewinnen", teilte der Konzern mit. Dabei wolle Sat.1 weiterhin vor allem auf deutsche Eigenproduktionen setzen. Insgesamt konnte die Senderfamilie aber ihren Zuschauermarktanteil in der Zielgruppe zwischen 14 und 49 Jahren im zweiten Quartal um 1,2 Prozentpunkte auf 29,5 Prozent verbessern.

"Marge von 25 bis 30 Prozent"

Auch für das erste Halbjahr sahen die Zahlen des im vergangenen Jahr von Finanzinvestoren übernommenen TV-Konzerns recht gut aus. Der Überschuss nach Steuern stieg im Vorjahresvergleich um 12 Prozent auf 127,8 Millionen Euro. Beim Umsatz legte ProSiebenSat.1 um 3,6 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro zu. Der Anstieg sei im Wesentlichen auf höhere Werbeinnahmen zurückzuführen, erklärte die Sendergruppe.

Mit Hilfe der zuletzt zugekauften Senderkette SBS Broadcasting will ProSiebenSat.1 Umsatz und Ergebnis künftig weiter "deutlich steigern". Mittelfristig sei geplant, Anschluss an die Ergebnismargen der führenden fünf Medienkonzerne in Europa zu erreichen. Für das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sei eine Marge von 25 bis 30 Prozent geplant.

Ende Juni hatte ProSiebenSat.1 die Senderkette SBS Broadcasting für 3,3 Milliarden Euro gekauft. Der neue europäische TV-Riese erreicht nach eigenen Angaben 200 Millionen Fernsehzuschauer in 13 Ländern. SBS ist dabei vor allem in Skandinavien, Benelux und Osteuropa stark vertreten.

Internetplattform gekauft

Internetplattform gekauft

In den Quartalszahlen ist das Geschäft von SBS noch nicht berücksichtigt, da die Übernahme erst Anfang Juli vollzogen wurde. Im ersten Halbjahr wuchs SBS beim Umsatz doppelt so schnell wie der alte ProSiebenSat.1-Konzern , der um 4 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro zulegte. "Die Integration der beiden Gruppen verläuft planmäßig", hieß es.

Mit der Schaffung eines neuen Unternehmensbereichs "Group Content" will ProSiebenSat.1 die Entwicklung neuer Eigenproduktionen vorantreiben und Lizenzen für die Sender der Gruppe kaufen. Der 36-jährige Jan Frouman soll sich um den Akquisitionsbereich kümmern, der 40-jährige Ungar Gábor Kereszty verantwortet den Produktionsbereich.

Auch bei der Vermarktungstochter SevenOne Media gibt es personelle Veränderungen. Der 40-jährige Michael Krautwald werde von Vorstand Peter Christmann den Vorsitz der Geschäftsführung übernehmen. Christmann werde sich künftig auf seine Funktion als Vorstand Sales & Marketing der Gruppe konzentrieren.

Im Onlinebereich hat ProSiebenSat.1 nach eigenen Angaben zuletzt eine Mehrheitsbeteiligung an der Internetplattform "Wer-weiss-was.de" erworben. Die Internetseite vermittelt Ratschläge und Kommentare von Experten zu Themen wie Computer, Wissenschaft, Kultur oder Politik. Weitere Zukäufe seien geplant.

manager-magazin.de mit Material von ap, ddp und dpa

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