Tribune-Übernahme Zell am Ziel

Der Immobilienmogul Sam Zell ist neuer Besitzer des US-Verlags Tribune und dessen Flaggschiff "Los Angeles Times". Eine überwältigende Mehrheit der Aktionäre hat dem Übernahmegebot des Milliardärs zugestimmt.

Chicago - Der US-Verlag Tribune mit den Flaggschiffen "Los Angeles Times" und "Chicago Tribune" erklärte am Dienstag, 97 Prozent der Anteilseigner hätten dem Kaufangebot des Immobilienmoguls Sam Zell über 8,4 Milliarden Dollar (6,2 Milliarden Euro) zugestimmt. Zell sagte, trotz der jüngsten Turbulenzen an den Kreditmärkten habe sich an seiner Bewertung des Unternehmens als Investition nichts geändert.

Der US-Milliardär will den Verlag von der Börse nehmen und die Mitarbeiter künftig an dem Unternehmen beteiligen. Der zu dem Unternehmen gehörende Baseballverein Chicago Bulls soll verkauft werden. Tribune rechnet damit, dass die Transaktion nach Zustimmung der Regulierungsbehörden im vierten Quartal abgeschlossen wird.

Zell hatte mit seinem Übernahmeplan ein Angebot von Eli Broad und Ron Burkle ausgestochen, zwei Milliardären aus Los Angeles. Wie bei anderen Verlagen haben schwache Anzeigenverkäufe und eine sinkende Auflage die Tribune-Geschäfte zuletzt belastet. Die Verlegerfamilie Chandler suchte deshalb seit November vergangenen Jahres einen Käufer für den Konzern.

Der 65-jährige Zell verdiente sein Vermögen vor allem in den 80er und 90er Jahren. Damals kaufte er Banken, die sich mit faulen Krediten herumschlugen, Immobilien ab, und brachte sie an die Börse. Dadurch erwarb er sich den Spitznamen "Totentänzer". Erst vor Kurzem verkaufte Zell seine Büroimmobilienfirma Equity Office Properties  (EOP) einschließlich EOP-Schulden für 39 Milliarden Dollar.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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