Neuer Premiere-Chef "30 Prozent Rendite"

Der künftige Chef des Bezahlsenders Premiere hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Bis 2010 will Michael Börnicke die Rendite des Unternehmens auf 20 bis 30 Prozent steigern. Und das ohne eine Abschaffung der ARD-"Sportschau". Denn in diesem Punkt zeigt sich der Manager kompromissbereiter als sein Vorgänger Georg Kofler.

Frankfurt am Main - "Mit einer stabilen Führung sind Margen in dem Bereich von 20 bis 30 Prozent möglich", sagte der künftige Premiere-Chef Michael Börnicke der "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe). Derzeit liegt die Rendite bei knapp 10 Prozent.

Der scheidende Premiere-Vorsteher Georg Kofler hatte Ende Juli in einem Interview angekündigt, die Rendite vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf mittlere Sicht auf 20 bis 25 Prozent erhöhen zu wollen. Kofler verlässt Premiere  Ende August.

Um seine Ziele zu erreichen, setzt Börnicke der Zeitung zufolge auf eine langfristige Kooperation mit dem Fußball-Ligaverband DFL. "Ich werde alles dafür tun, dass wir die Bundesligarechte für die Saison 2009/2010 bekommen", sagte der künftige Unternehmenschef. "In Kombination mit der Champions League und guten Spielfilmen ist die Bundesliga für uns ein sehr wichtiges Produkt."

Er gelte als zuverlässiger Verhandlungspartner und sei sich sicher, dass er die Rechte auch bekommen werde - auch wenn er dabei vielleicht anders auftreten werde als sein Vorgänger. Über seine Vorstellungen, was den Preis für die Rechte betrifft, wollte Börnicke keine Aussagen machen. "Wir werden so viel zahlen, wie wir refinanzieren können", sagte er.

Zudem deutete Börnicke im Streit um die Übertragung der Fußball-Bundesliga in der ARD-"Sportschau" ein Einlenken an. "Wenn etwa die Anstoßzeiten aufgefächert würden und wir dadurch mehr Exklusivität bekämen, könnten wir mit der Sportschau auf dem heutigen Sendeplatz sicher leben", zitierte ihn die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwochausgabe). So könnten einige Spiele samstags bereits um 13.30 Uhr oder erst am Abend beginnen und exklusiv im Bezahlfernsehen übertragen werden.

Anders als von Börnicke jetzt geplant hatte Premiere-Chef Kofler in der Vergangenheit wiederholt auf eine Abschaffung der Bundesliga-Übertragung in der frei empfangbaren "Sportschau" gedrängt. Kofler hatte dem Fußball-Dachverband für mehr Exklusivität höhere TV-Honorare versprochen. Mit dieser Strategie war Kofler im Bieterverfahren im Dezember 2005 gescheitert, als Arena für 220 Millionen Euro pro Saison den Zuschlag erhielt und den Sportschau-Sendetermin um 18.30 Uhr akzeptierte. Als Zugeständnis für das Pay-TV dürfen seit einem Jahr Bilder von den beiden Sonntags-Spielen erst ab 22.00 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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