United Internet Rückenwind in Montabaur

Erfreuliche Nachrichten für United Internet: Der Webdienstleister steigerte seinen Gewinn im zweiten Quartal um knapp 59 Prozent. Es gibt allerdings einen Wermutstropfen.

Montabaur - Der Internetdienstleister United Internet  (1&1, GMX, Web.de) hat im abgelaufenen Quartal sein Ergebnis gesteigert. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sei um 58,4 Prozent auf 95,4 Millionen Euro gewachsen, teilte das im TecDax  notierte Unternehmen mit. Ohne den positiven Effekt aus dem Bereich Onlinemarketing wuchs der operative Gewinn auf 71,8 Millionen Euro.

Der Umsatz erhöhte sich um ein Viertel auf 361,1 Millionen Euro und der Überschuss von 28,8 Millionen auf 45,4 Millionen Euro. Damit übertraf United Internet die Erwartungen der Experten. Von der Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Ebitda von 71,3 Millionen Euro und einem Umsatz von 311,5 Millionen Euro gerechnet. Den Überschuss hatten sie bei 37,3 Millionen Euro gesehen. Dies sei das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte, sagte Vorstandschef Ralph Dommermuth laut Mitteilung.

Treiber des Gewinnzuwachses waren das Webhosting-Geschäft, also die Betreuung von Internetseiten, sowie der Breitbandbereich. "Wachstumstreiber ist insbesondere das Webhosting-Auslandsgeschäft", sagte Dommermuth. Die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge sei hierbei um 410.000 auf 1,47 Millionen gestiegen.

Im DSL-Geschäft unter Plan

Im DSL-Geschäft nahm United Internet 64.000 neue Nutzer unter Vertrag. Damit lag das Unternehmen deutlich unter dem Plan von 100.000 Neukunden. Dommermuth hatte bereits eingeräumt, dass vor allem in den Ballungsräumen das Neukundengeschäft praktisch zum Erliegen gekommen ist. Die Kunden hätten vermehrt nach Komplettpaketen mit integriertem Telefonanschluss verlangt, hieß es zur Begründung.

Mit einem neuen Komplettangebot will die Gesellschaft gegensteuern: Statt ausschließlich als reiner Zwischenhändler für DSL-Anschlüsse tätig zu sein, bietet United Internet seit Anfang Juli Anschlüsse unter eigener Rechnung an. Kooperationspartner sind dabei Telefonica und QSC. Deshalb glaube man, die angepeilten 500.000 DSL-Neukunden im Gesamtjahr 2007 noch erreichen zu können. Im ersten Quartal hatte das Unternehmen noch 90.000 DSL-Neukunden gewonnen.

Zur Prognose für das Gesamtjahr äußerte sich der Unternehmensgründer zunächst nicht. Zuletzt hatte das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro und ein Ebitda von rund 300 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die Zahl der DSL-Kunden soll um rund eine halbe Millionen steigen, womit der Vorjahreszuwachs erreicht wäre.

Die Aktie von United Internet hat am Freitag nach Zahlen weniger verloren als der sehr schwache Markt. Am Vormittag büßte das Papier des Internetdienstleisters 0,77 Prozent auf 12,62 Euro ein. Der Technologiewerte-Index TecDax gab zeitgleich um 2,06 Prozent auf 897,31 Zähler nach.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa-afx

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