Axel Springer Auf leisen Sohlen

Nach einer umfassenden Einkaufstour und hohen Investitionen hat die Axel Springer AG im ersten Halbjahr kaum Ergebnisfortschritte gemacht. Für den Rest des Jahres gibt sich das Unternehmen verhalten optimistisch.

Berlin - Während der Umsatz von Axel Springer  im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht von 1,172 auf 1,208 Milliarden Euro kletterte, bewegte sich das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) mit 177,8 Millionen Euro etwa auf Vorjahresniveau.

Der Überschuss ging von 111,4 auf 88,8 Millionen Euro zurück. Hier hatte Springer im Vorjahr aber von einem Sonderertrag aus Zinssicherungsgeschäften in Höhe von 22,4 Millionen Euro profitiert.

Bemerkbar machten sich vor allem deutlich höhere Investitionen. Nach gerade einmal 17,8 Millionen Euro im Vorjahr schwoll das Volumen auf 532,2 Millionen Euro an.

Nach der gescheiterten Übernahme des TV-Konzerns ProSiebenSat.1  im vergangenen Jahr sieht sich Springer zunehmend nach alternativen Investments um. So verstärkte sich der Konzern unter anderem im Printbereich in der Schweiz, baute seine Online- sowie Postdienst-Aktivitäten aus und stieg bei der türkischen Sendergruppe Dogan TV ein. Der Auslandsumsatz wuchs im ersten Halbjahr um knapp 26 Prozent auf 233,9 Millionen Euro. Dies entsprach etwa einem Fünftel des Konzernumsatzes.

Für den Rest des Jahres gab sich das Unternehmen verhalten optimistisch. Abhängig von der weiteren Marktentwicklung und trotz weiterhin hoher Belastungen durch Anlaufverluste werde das Ebita voraussichtlich das um den Ertrag aus der Kirch-Insolvenz bereinigte Rekordniveau des Jahres 2006 wieder erreichen, hieß es. 2006 hatte Springer ein Ebita in Höhe von 340 Millionen Euro ausgewiesen. Die Anzeigen- und Vertriebserlöse sollen 2007 leicht steigen. Für den Onlinebereich peilt Springer einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro an. Bis 2010 soll sich dieser Betrag mehr als verdoppeln.

Mit den Zukäufen soll jedoch vorerst Schluss sein. Wie Döpfner am Mittwoch in einer Telefonkonferenz sagte, plane Springer in den kommenden Monaten keine größeren Akquisitionen. Der Schwerpunkt liege nun auf der Integration der erworbenen Geschäfte.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters