Freenet Profit dank Rechnungsumstellung

Freenet kommt im zweiten Quartal auf dem hart umkämpften Markt für DSL-Anschlüsse nur mühsam voran. Deutlich besser schnitt die Telekomfirma im Mobilfunk ab.

Hamburg - Zur Jahresmitte lag die Zahl der Freenet-Kunden im schnellen Internet bei 1,22 Millionen und war damit nur um 50.000 höher als drei Monate zuvor, wie der gerade erst fusionierte Konzern bekannt gab. Im ersten Quartal hatte Freenet  mit 170.000 DSL-Anschlüssen deutlich mehr Neukunden gezählt. Ein Großteil der Zugänge ging damals allerdings auf die Übernahme des Deutschland-Geschäfts des italienischen Breitband-Anbieters Tiscali  zurück.

Deutlich besser als im DSL-Geschäft schnitt Freenet im zweiten Quartal im Mobilfunk ab. Von April bis Juni legte die Zahl der Handynutzer um 120.000 auf 5,24 Millionen zu. Zwei Drittel des Zuwachses entfielen auf Prepaid-Verträge, die als weniger gewinnträchtig gelten. Freenet erklärte dies mit einer geänderten Zählweise eines Netzbetreibers. Im ersten Quartal hatte Freenet 24.000 Mobilfunknutzer gewonnen.

Als Folge eines neuen Verrechnungsmodells mit der Deutschen Telekom  verbuchte Freenet im zweiten Quartal bei schrumpfenden Erlösen einen deutlich höheren Gewinn. Bei einem Umsatz von 467 (Vorjahr: 495,3) Millionen Euro stieg der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) auf 46 Millionen Euro. Vor Jahresfrist hatte Freenet einen operativen Gewinn von knapp 30 Millionen Euro ausgewiesen. Unter dem Strich verdoppelte sich der Gewinn auf knapp 40 (19,8) Millionen Euro.

Freenet erwartet durch die Verbindung von Internet, Festnetz und Mobilfunk eine größere Schlagkraft. Kritiker halten der Firma jedoch vor, durch den langen Rechtsstreit mit Kleinaktionären bei der Fusion mit ihrer einstigen Muttergesellschaft Mobilcom Boden gegenüber der Konkurrenz verloren zu haben.

Freenet hatte sich auf seiner Hauptversammlung massiven Forderungen von Aktionären nach einer Zerschlagung des Unternehmens erwehren müssen. Der mit 10 Prozent beteiligte Konkurrent Drillisch  konnte seine Kandidaten für den Aufsichtsrat aber nicht durchsetzen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Verwandte Artikel