Google Die Handybranche muss zittern

Googles Pläne, in den Mobilfunkmarkt einzusteigen, werden immer konkreter. Offensichtlich entwickelt der Suchmaschinenbetreiber gerade ein eigenes Handy. Mit im Boot: Die Telekom-Tochter T-Mobile.

New York - Google  spricht einer Zeitung zufolge mit Handyherstellern und Netzbetreibern über einen Einstieg in den Markt für Werbung auf Mobiltelefonen. Wie das "Wall Street Journal" am Donnerstag im Internet ohne Quellenangabe berichtete, ist auch T-Mobile USA angesprochen worden.

Bei der amerikanischen Telekom-Tochter schienen die Gespräche am weitesten fortgeschritten zu sein, hieß es. Zu den anderen Gesprächspartnern gehörten unter anderem AT&T  und Verizon Wireless  , wo Vodafone  beteiligt ist.

Laut "WSJ" verhandelt Google mit den amerikanischen Mobilfunkanbietern über die Integration von Google-Anwendungen in deren Handys. Es gibt auch Hinweise, dass ein Google-Internetbrowser Teil des Softwarepakets ist. Weder T-Mobile noch Verizon und AT&T wollten sich zu dem Bericht äußern.

Google soll bereits Prototypen eines eigenen Handys entwickelt haben. Diese Prototypen sollen die technische Schablone für die Endgeräte externer Hersteller sein. Bereits im kommenden Jahr soll das Google-Handy in die Produktion. Für Google eröffnet sich so ein lukrativer Markt: "Anzeigen auf Mobilgeräten sind doppelt so profitabel wie nicht-mobile, weil sie personalisierter sind", hatte Google-Geschäftsführer Eric Schmidt erst im Mai auf einer "WSJ"-Konferenz konstatiert.

Google hat bereits mehrere Hundert Millionen Dollar in sein Mobilfunkprojekt gesteckt. Die Reuters-Tochter Anian hatte vergangenen Monat unter Berufung auf Industriekreise berichtet, Google plane ein Telefon, das auf der freien Software Linux basiere. Dazu habe der Internetkonzern die taiwanesische Firma High Tech Computer engagiert. T-Mobile würde dabei wahrscheinlich Googles US-Partner, wogegen Orange  von France Telecom  die neuen Telefone in anderen Märkten verkaufen solle.

manager-magazin.de mit Material von reuters