NSN Nokia verschärft Sparkurs

Der weltgrößte Handyhersteller Nokia plant, die Kosten bei seiner Netzwerktochter Nokia Siemens Networks massiv herunterzufahren. Mit einem Gewinnsprung im abgelaufenen Quartal übertraf Nokia zudem die Erwartungen. Die Aktie zieht an.

Helsinki - Nokia hat sein Ergebnis im abgelaufenen Quartal deutlich gesteigert. Der finnische Konzern vermeldete am Donnerstag einen Betriebsgewinn von 2,36 Milliarden Euro. Vor einem Jahr hatte Nokia lediglich 1,57 Milliarden Euro verdient. Branchenexperten hatten dem Unternehmen hier nur eine geringe Steigerung zugetraut.

Die Aktie von Nokia  sprang daher um rund sieben Prozent in die Höhe. Die Börsianer störte dabei offenbar kaum, dass der Umsatz mit rund 12,6 Milliarden Euro etwas geringer als erwartet ausfiel.

101 Millionen Handys verkauft

Nokia verkaufte im Quartal fast 101 Millionen Handys und damit mehr als seine drei wichtigsten Konkurrenten zusammen. Der von den Finnen geschätzte Marktanteil betrug 38 Prozent und lag damit über den Prognosen von 37,7 Prozent.

Der Umsatz kletterte um 28 Prozent auf 12,59 Milliarden Euro und der operative Gewinn um 57 Prozent auf 2,36 Milliarden Euro. Entgegen dem allgemeinen Branchentrend stieg der durchschnittliche Verkaufspreis pro Handy (ASP) gegenüber dem Vorquartal um einen Euro auf 90 Euro.

Weitere Einsparungen bei Netzwerktochter NSN

Nokia zieht außerdem die Zügel bei der Netzwerktochter Nokia Siemens Networks stärker an. Die Umsätze und Margen bei dem Gemeinschaftsunternehmen seien im zweiten Quartal schwach gewesen, was weitere Maßnahmen nötig mache, teilte Nokia am Donnerstag in Helsinki mit.

Die Kosten sollten nun um 1,5 Milliarden Euro jährlich gesenkt werden. Dieses Ziel solle nun bereits im kommenden Jahr erreicht werden und damit zwei Jahre früher als geplant.

Zudem würden weitere Kosteneinsparungen von 500 Millionen Euro angepeilt. Der Telekomausrüster Nokia Siemens Networks, an der Nokia und Siemens beteiligt sind, streicht seine Kosten massiv zusammen, um den Abstand zu Schwergewichten wie Ericsson zu verkürzen. Geplant ist unter anderem der Abbau von 2.290 Arbeitsplätzen in Deutschland.

manager-magazin.de mit Material von reuters