Time Warner AOL verhagelt die Bilanz

Der Medienkonzern Time Warner konnte seinen Gewinn im zweiten Quartal vor allem dank des Kabelgeschäfts leicht steigern. Sorgen bereitet dem Weltmarktführer aber nach wie vor die Internettochter AOL.

New York - Der Überschuss sei zwischen April und Ende Juni um 5,2 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar geklettert, wie Time Warner am Mittwoch in New York mitteilte. Das Ergebnis je Aktie aus fortgeführtem Geschäft vor Sonderposten sei von 0,20 auf 0,22 Dollar je Aktie gestiegen. Das ist mehr als von Analysten erwartet wurde.

Operativ verdiente Time Warner im zweiten Quartal 1,9 Milliarden Dollar nach 1,7 Milliarden im Vorjahr. Der Umsatz legte stieg um 6 Prozent auf elf Milliarden Dollar zu.

Hauptumsatztreiber war das Kabelgeschäft (Fernsehen, Internet, Telefon), das dank Akquisitionen und eines starken Neukundengeschäfts zulegte. Bei der Internettochter AOL brachen die Umsätze dagegen um 38 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar ein, weil zahlende Abonnenten dem Anbieter in Scharen den Rücken kehrten. Die AOL-Werbeeinnahmen stiegen nur noch um 16 Prozent, nachdem die Internetsparte in den vier vorangehenden Vierteljahren jeweils Zuwächse von mindestens 40 Prozent verbuchte.

Schwächer schnitt auch das Filmgeschäft ab, das sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis einen Rückgang verzeichnete. Time Warner begründete dies unter anderem mit niedrigeren Einnahmen im Fernseh- und Videogeschäft. Im Vorjahr hatte die Sparte dank Fernsehserien wie "Without a Trace" oder Filmen wie "Harry Potter" ein gutes Ergebnis vorgelegt. Dies sei mit neuen Streifen wie "300" oder "Ocean's 13" nur zum Teil ausgeglichen worden.

Den Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr bestätigte der Konzern. So soll der bereinigte Gewinn je Aktie bei 1,07 Dollar liegen. Außerdem will Time Warner nochmals Aktien zurückkaufen. Dafür würden bis zu fünf Milliarden Dollar bereitgestellt, sagte Vorstandschef Dick Parsons.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.