Dow Jones Murdoch ist am Ziel

Nach wochenlangem Ringen um eine Übernahme des Medienkonzerns Dow Jones ist der Milliardär Rupert Murdoch endlich am Ziel. Nach dem Verwaltungsrat gab nun auch die Mehrheit der Dow-Jones-Eigentümerfamilie ihren Segen. Jetzt liegt alles in der Hand der freien Aktionäre.

New York - Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp.  und Dow Jones  mit dem Flaggschiff "Wall Street Journal" bereiteten ein endgültiges Fusionsabkommen vor, teilten beide Unternehmen am Mittwoch mit. News Corp. zahle den Dow-Jones-Aktionären 60 Dollar je Anteilsschein. Die Transaktion habe damit einen Wert von 5,6 Milliarden Dollar (3,6 Milliarden Euro) und solle im vierten Quartal des Kalenderjahres abgeschlossen werden.

Ein Vertreter der Dow-Jones-Eigentümerfamilie Bancroft, die 64 Prozent der Stimmrechte hält, oder eine andere gegenseitig akzeptierte Person werde ins Führungsgremium von News Corp. berufen, hieß es weiter. Zudem solle ein fünfköpfiges Komitee einberufen werden, dass die redaktionelle Unabhängigkeit der Dow-Jones-Geschäfte überwachen solle.

Damit wollen die beiden Konzerne den Befürchtungen einiger Mitglieder der Bancroft-Familie sowie vieler Mitarbeiter des "Wall Street Journal" entgegentreten, Murdoch könnte sich stark in die redaktionelle Arbeit einmischen. Diese Befürchtungen verhinderten bis heute eine Zustimmung der Eigentümerfamilie.

Murdochs Imperium wächst

Murdoch hat diese Sorgen als unbegründet bezeichnet und weiter für eine Übernahme gekämpft. Am Dienstagabend hat schließlich ein Teil der Familie, der zusammen 37 Prozent der Dow-Jones-Stimmrechte hält, einer Unterstützung des Gebots zugestimmt.

Nun haben die Aktionäre das letzte Wort. Mit ihrem Votum wird in den kommenden Monaten gerechnet. Angesichts des hohen Kaufpreises dürfte eine breite Mehrheit der unabhängigen Aktionäre mit insgesamt 29 Prozent der Stimmrechte der Übernahme ebenfalls zustimmen.

Murdoch würde mit dem Kauf zu einem großen Akteur im Markt für Finanznachrichten. Zur News Corp. gehören bereits Zeitungen wie die britische "Times" und die "Sun", Fernsehstationen, Filmstudios und Internetfirmen wie die Kontaktseite MySpace.

Die Dow-Jones-Aktien waren am Dienstag aufgrund der Medienberichte über eine wahrscheinliche Annahme des Kaufangebots um 11,77 Prozent auf 57,63 Dollar in die Höhe geschossen

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und reuters

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