Externe Festplatten Von Giga zu Tera

Übervolle Festplatten sind für viele Computernutzer Alltag. Abhilfe schaffen externe Platten: kleine, maximal zwei Kilo schwere Geräte, deren Kapazitäten immer größer werden. Ihre Preise bleiben dagegen konstant.

Berlin - Kompakt, preisgünstig, einfach zu handhaben: Da stellt sich die Frage, ob schon beim Kauf eines Computers die spätere Anschaffung einer externen Platte einkalkuliert werden sollte - irgendwann wird der interne Speicher ja sowieso zu klein. "Jein", ist die Antwort von Michael Schmelzle, Hardwareexperte bei der Zeitschrift "PC-Welt". "Es ist heutzutage nicht schwer, eine interne Festplatte auszutauschen." Andererseits schraubt nicht jeder gerne am Rechner herum.

"Vorrangig geht es bei externen Festplatten aber um die Mobilität - um die Möglichkeit, Daten von A nach B zu bewegen", sagt Schmelzle. Und noch wichtiger: Viele der portablen Platten stellen den bequemsten Weg dar, Backups anzulegen. "Man speichert darauf zum Beispiel die komplette Windows- oder Linux-Installation. Wenn die weg ist, lässt sie sich oft mit nur einem Knopfdruck wieder herstellen."

Die gängigen Kapazitäten der externen Platten beginnen laut Peter Knaak von der Stiftung Warentest heute bei 80 Gigabyte (GB) - das Speichervermögen des größten derzeit erhältlichen iPod. Viele Geräte können ein paar Hundert GB speichern, manche aber auch weit mehr als ein Terabyte (TB). In letzteren drehen sich jeweils mindestens zwei Festplatten. "Die größte einzelne hat 750 GB, aber bald wird es auch welche mit einem Terabyte geben", sagt Knaak. Eine 80-GB-Platte sei momentan schon für rund 50 Euro zu haben.

Ein TB Speicherkapazität gibt es zum Beispiel bei Teac in Form des Modells HD-35x2PUK zum Preis von 279 Euro. Teurer sind die Platz sparenden 2,5-Zöller. Hier verlangt etwa Freecom für ein 250-GB-Modell aus der ToughDrive-Serie 219 Euro. "Das wird aber auch von einer Silikonhülle geschützt", sagt Freecom-Managerin Monika Feldschow.

Die Datenübertragung funktioniert meist über USB 2.0. "Es gibt auch ein paar mit Firewire-Schnittstelle", sagt Knaak von der Stiftung Warentest. Sie ist laut Experte Schmelzle für Digitalkamerabesitzer sinnvoll: Die Platte lässt sich darüber oft direkt mit der Kamera koppeln.

Vergleichsweise neue Schnittstellen, die eine besonders schnelle Übertragung ermöglichen, aber noch nicht von allen Rechnern unterstützt werden, sind S-ATA und vor allem ES-ATA. Weiter rät Schmelzle, beim Kauf auf komfortable Verwaltungsoptionen zu achten - etwa auf eine Funktion, über die Dateien automatisch nach ihren Endungen sortiert werden.

Vorsicht vor Überhitzung

Vorsicht vor Überhitzung

Eine zunehmende Rolle spielen externe Netzwerkfestplatten, wie sie etwa Freecom anbietet. Sie ermöglichen nach Feldschows Worten allen Rechnern im Netzwerk den Zugriff auf die gespeicherten Daten. "Dazu wird die Platte an den Router angeschlossen", erklärt Knaak. Dabei sollte der Nutzer darauf achten, dass sie sich nicht zu sehr aufheizt. Ununterbrochener Betrieb sollte deshalb besser vermieden werden.

Aber auch bei Platten, die ganz ohne Netzwerk an einen einzigen Rechner gestöpselt werden, darf das Thema Hitzeentwicklung nicht zu locker genommen werden. Denn externe Platten haben in der Regel eine passive Kühlung. Das heißt, sie geben die sich entwickelnde Wärme allein über ihr Leichtmetallgehäuse ab. Das funktioniert laut Knaak dann am besten, wenn sie hochkant stehend benutzt werden. "Die Gehäuse haben dafür oft Füßchen."

Die Stromversorgung läuft meistens über ein eigenes Netzteil. Wer sich das sparen will und nicht mit dem Schraubenzieher auf Kriegsfuß steht, der kann sich selbst einen externen Speicher bauen: aus einem Gehäuse, das einzeln im Handel erhältlich ist und einer Notebook-Festplatte. "Die brauchen keine eigene Stromversorgung, sind winzig und wiegen viel weniger - damit ist man ultramobil", sagt Knaak. "Und das Zusammenbauen ist wirklich kein Hexenwerk."

Noch wenig verbreitet und daher teuer, aber dennoch zunehmend im Kommen, sind Modelle mit Flashspeicher. "Sie müssen mit einem GB-Preis von 12 bis 25 Euro rechnen - bei gängigen 3,5-Zoll-Platten sind das im Moment 30 Cent bis 1,20 Euro", sagt Experte Schmelzle. Auch bei den Kapazitäten können die neuen Modelle noch nicht mithalten: "In diesen Tagen müsste die erste 64-GB-Platte auf den Markt kommen."

Dafür haben die Flash-Platten zwei entscheidende Vorteile: "Die sind richtig robust, da sie keine beweglichen Teile haben", erklärt Schmelzle. Bei herkömmlichen Platten müssen vor allem Stürze vermieden werden. Zudem kann der Nutzer um ein Vielfaches schneller auf seine Daten zugreifen. Ob Flash bei den externen Speichermedien deshalb über kurz oder lang Standard wird? "Irgendwann bestimmt", lautet Schmelzles Einschätzung - "wenn es bis dahin nicht irgendeine neue Technologie gibt."

Florian Oertel, dpa

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